© Tognopop (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
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Schweizer Wald in Zukunft stark gefordert

  • Judith Schärer
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Das vergangene Jahrzehnt war für den Wald ruhig und verhältnismässig stabil. In Zukunft könnten der Klimawandel und eingeschleppte Schadorganismen ihm jedoch mehr und mehr zu schaffen machen.

Der Wald passt sich laufend den sich verändernden Umweltbedingungen an, er verharrt nie statisch im gleichen Zustand. Oft sind diese Veränderungen für das menschliche Auge nicht so leicht erkennbar. Deshalb werden die Entwicklungen im Wald alle zehn Jahre zusammengefasst und bewertet. Den daraus resultierenden Waldbericht 2015 haben das Bundesamt für Umwelt BAFU und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL nun veröffentlicht.

Der neue Waldbericht zeigt: Seit dem letzten Bericht haben keine aussergewöhnlichen Naturereignisse, insbesondere grosse Stürme, den Wald beeinträchtigt. Die Kronenverlichtung hat sich stabilisiert. Der Wald wird aber nebst Unwettern auch durch Waldbrände, Borkenkäferbefälle oder neue Pilzkrankheiten wie die Eschenwelke, die Rotbandkrankheit der Föhre oder allfällige Befälle des Asiatischen Laubholzbockkäfers beeinflusst. Dieser Druck nimmt, unter anderem aufgrund des Klimawandels, ständig zu. Zudem macht sich immer mehr die Einwirkung von invasiven gebietsfremden Pflanzen bemerkbar, wie beispielweise die Ausbreitung des Götterbaums zeigt.

Der Wald steht vor grossen Herausforderungen

Für die Zukunft zeichnen sich grosse Herausforderungen für den Wald ab. Beispielsweise führte der diesjährige heisse und trockene  Sommers vielerorts mancherorts zu sichtbaren Blattverfärbungen und weiteren Indizien des Trockenstresses. Aufgrund des Klimawandels dürften solche Perioden künftig häufiger eintreten. Weil dieser die langsamen natürlichen Prozesse im Wald beinträchtigen kann, sind Anpassungsmassnahmen nötig, z.B. durch eine gezielte Verjüngung von Schutzwäldern und die Verteilung der Risiken auf eine grössere Baumartenpalette.

Bereits heute nimmt die Bedrohung des Waldes durch eingeschleppte gefährliche Schadorganismen zu. Der globale Warenhandel führt dazu, dass Schädlinge über die Hauptverkehrswege in die Schweiz gelangen, wie beispielsweise der Asiatische Laubholzbockkäfer in Holzverpackungen von Waren aus Ostasien. Um die Einschleppung neuer Organismen zu verhindern, braucht es strengere Warenkontrollen und verbesserte Information von Importeuren und Händlern. Treten Befälle auf, müssen diese schnell bekämpft und eingedämmt werden.

Auch die Ansprüche der Gesellschaft an den Wald verändern sich. Die Freizeitnutzung nimmt vor allem in der Nähe der Städte, Agglomerationen und Tourismusgebiete zu. Deshalb gewinnt Sicherheit im Wald und bei der Waldbewirtschaftung an Bedeutung. Die Erfüllung der zunehmenden und teilweise gegensätzlichen Ansprüche an den Wald muss im Rahmen der Waldbewirtschaftung künftig noch konsequenter aufeinander abgestimmt werden. Gesprächsrunden zwischen Nutzern wie Reitern oder Bikern und den lokalen Forstdiensten und Waldbesitzern können mithelfen, Lösungen zu finden.

1 Kommentar

  • Bruno Hirter

    Danke für den Bericht
    Leider wird aber nicht auf alle aktuellen Probleme mit der Waldpflege und -erhaltung eingegangen worden. Vermehrt stellt der stetige Waldgänger fest, dass in den letzten Jahren die Ablage von nicht geeigneten „Grünabfällen“ stark zugenommen hat. Dies steht auch im direkten Zusammenhang mit dem Einstellen von Grünabfall-Anlieferstellen der Gemeinden infolge von Sparmassnahmen. Je mehr Anlieferstellen geschlossen werden, um so mehr „Grünabfälle“ sind in den Wäldern auf „wilden Deponien“ zu finden. Auch dieses Problem muss zukünftig angegangen werden.

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