Schweizer Umweltbericht: Die Hälfte der Pflanzen- und Tierarten ist gefährdet

  • Redaktion Naturschutz
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Die Bilanz der Schweizer Umwelt- und Ressourcenpolitik fällt in einigen Bereichen positiv aus, so etwa in Sachen Wasserqualität, Abfallentsorgung oder bei einzelnen Luftschadstoffen. Dies zeigt der am 1. Juni 2007 veröffentlichte Bericht «Umwelt Schweiz 2007» des Bundes. Doch hat sich der Gesamtzustand der Umwelt in der Schweiz nicht entscheidend verbessert. Die grössten Herausforderungen für die Zukunft bleiben der Ressourcenverbrauch und der Klimawandel, aber auch der ungebremste Verlust der Biodiversität.

Im Grossen und Ganzen hat die Umweltpolitik gute Resultate erzielt im Kampf gegen Verschmutzungen (Luft, Wasser und Böden), beim Schutz der Ozonschicht sowie in der Abfallbewirtschaftung und -behandlung. Zudem haben sich die Treibhausgasemissionen der Wirtschaft seit 1990 trotz wachsendem Bruttoinlandprodukt (BIP) stabilisiert. Dank effizienteren Fahrzeugen haben sich die verkehrsbedingten CO2-Emissionen seit 2000 stabilisiert.

Doch welche Umweltprobleme bestehen weiterhin?
– Die Treibhausgasemissionen sind weiterhin zu hoch. Zwischen 1970 und 2005 ist die Durchschnittstemperatur in der Schweiz um 1,5°C gestiegen.
– Nach wie vor werden zu viele Ozon-Vorläufersubstanzen und Feinstaub ausgestossen.
– Die Herkunft und die Wirkungen vieler Chemikalien sind noch kaum bekannt.
– Die Menge der Abfälle steigt weiterhin an.
– Der Verlust an Biodiversität wird nicht gebremst. 30 bis 50 Prozent der einheimischen Arten sind heute gefährdet.
– Die Zerstückelung der Landschaft und die Fragmentierung der Lebensräume setzen sich fort.

Die Bundesämter für Umwelt und für Statistik fordern deshalb die folgenden Massnahmen:

– Klimawandel: Als Alpenland ist die Schweiz von den Klimaänderungen in besonderem Masse betroffen. Sie muss sich einerseits für eine Reduktion der Treibhausgase einsetzen und anderseits Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickeln.

– Biodiversität: Die Anstrengungen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt sind zu verstärken. In einem ersten Schritt muss die Beobachtung gewährleistet sein, damit Tendenzen bei der Entwicklung von Fauna und Flora frühzeitig erkannt und angemessene Massnahmen in die Wege geleitet werden können.

– Gesundheit: Luftverunreinigungen, Lärm, Chemikalien, extreme Wetterverhältnisse sowie Strahlungen stellen Gesundheitsrisiken dar. Durch die Verringerung von Ozon und Feinstaub muss die Luftqualität weiter verbessert werden.

– Innovation: Zu den wichtigen Herausforderungen zählen auch die neuen Technologien. Sie sind potenziell in zahlreichen Anwendungsgebieten einsetzbar und können sich vorteilhaft auf die Umwelt auswirken. Gleichzeitig sind aber auch schädliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen. Gewisse Folgen für Mensch und Natur sind heute noch weitgehend unbekannt. Angesichts dieser Ungewissheit ist eine öffentliche Debatte über allfällige Risiken und deren Einschätzung unabdingbar. (sb)

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