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Schweizer Tierhaltung wird überschätzt

  • Daniela Cervenka
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Schweizer Fleisch stammt von glücklichen Tieren, welche ihr Leben auf saftig grünen Wiesen und in tiergerechten Ställen verbringen durften. Das denkt auf jeden Fall die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung, doch die Realität sieht da ganz anders aus.

Wussten sie, dass Schlachttiere ohne Einstreu und ohne Auslaufhaltung gehalten werden dürfen? Dies ist ganz legal, denn es entspricht den Minimalbedingungen der Tierschutzgesetzgebung. Laut einer Umfrage des Schweizerischen Tierschutzes (STS) überschätzen eine Mehrzahl der Konsumenten und Konsumentinnen die Tieschutzgesetzbestimmungen.

Schauen wir uns die Resultate der Umfrage am Beispiel der Mastrinder an. 35 Prozent der Befragten antworteten auf die Frage, ob die eidgenössische Tierschutzgesetzgebung den Auslauf ins Freie garantiert mit Ja. 46 Prozent wussten es nicht und nur 19 Prozent der Befragten wussten, dass die eidgenössische Tieschutzgesetzgebung den Auslauf ins Freie nicht garantiert. Ein gleiches Bild zeichnet sich bei der Frage ab, ob den Tieren eine eingestreute Liegefläche zum Ruhen gewährt wird. Bloss 12 Prozent beantworteten die Frage richtig mit Nein. 50 Prozent wussten es nicht und 38 Prozent antworteten mit Ja.

Dementsprechend überschätzen viele Konsumenten und Konsumentinnen die Labels Suisse Garantie und Schweizer Fleisch. Dazu mag auch die irreführende Werbung beitragen. Schaut man sich die Homepage von Suisse Garantie an, so sieht man nur Bilder mit weidenden Kühen. Auf beiden Homepages wird ebenfalls nirgends aufgeführt, dass zum Beispiel die Mastrinder nur 3m2 Platz haben und Auslauf oder Einstreu nicht zwingend sind.  Es wird lediglich auf das Tierschutzgesetzt verwiesen oder mit tiergerechter Haltung geworben.

Der Schweizerische Tierschutz (STS) rät, weniger Billigfleisch zu kaufen und lieber tierfreundlichere einheimische Produkte zu kaufen. Sie empfehlen folgende Labels: Kagfreiland (Kagfreiland), Naturafarm (Coop), Naturabeef (Mutterkuh/Coop), (Bio-) Weidebeef (Migros), Knopse (Biosuisse), IP-Suisse/Terrasuisse (Migros, Manor), AgriNatura (Volg) und Nature Suisse (Aldi).

Resultate Umfrage

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Bild: von Harald Bischoff (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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