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Schweizer Grossbanken auf dem Holzweg

  • Monika Jung
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GP026QWPapier- und Palmölproduzenten in Indonesien verzeichnen seit einigen Jahren ein rasantes Wachstum. Wie Greenpeace in einem Artikel erläutert, geschieht dies auf Kosten des Regenwaldes. Zu den Geldgebern, welche die rapide Expansion der Plantagenflächen in Regenwald- und Torfmoorgebieten möglich machen, gehört auch die Schweizer Grossbank UBS.

74 Millionen Hektaren Regenwald wurden auf den indonesischen Inselgruppen in den letzten 50 Jahren geschlagen, was fast 40 Prozent der Landesfläche entspricht. Jetzt finden sich dort Palm- und Akazienplantagen, die als riesige Monokulturen wie Wunden in den immergrünen Wäldern klaffen. Trotzdem werden jedes Jahr weitere 2 Prozent des kostbaren Waldes vernichtet. Bei der Abholzung und Brandrodung der Wälder und Torfböden entladen sich jährlich 1,8 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre, das sind 4 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Durch die Rodungen werden auch die letzten Lebensräume bedrohter Tierarten wie dem Sumatra-Tiger oder dem Orang-Utan zerstört.

Wie Greenpeace berichtet, ist die Sinar Mas Gruppe, welcher im Papier- und Zellstoffbereich Asia Pulp and Paper (APP) angehört, der viertgrösste Papierproduzent weltweit und einer der Hauptverursacher dieses ökologischen Dramas. Geschäftspartner von Sinar Mas ist die Schweizer Grossbank UBS. Das Geschäft mit der APP war lukrativ für ausländische Geldgeber. Auflagen für eine Renaturierung gab es keine – dafür aber Holz zum Nulltarif. Das Ganze entpuppte sich dennoch als ein Eigentor für die Financiers und APP, denn die Vernichtung wertvoller Wäldern zahlt sich wirtschaftlich nicht aus. Obwohl offensichtlich ist, dass der wirtschaftliche und ökologische Unsinn des Geschäftsmodells der APP langfristig nur scheitern kann, fliessen die Kredite auch heute noch. Aktuell versucht die APP in Europa und der Schweiz Fuss zu fassen. Das könnte ihr mithilfe der Schweizer Banken sogar gelingen. So ist einer ihrer Gläubiger die Schweizer UBS. Sie ist nicht nur Kreditgeber, sondern auch als «Bookrunner» für einen geplanten Börsengang der APP-China Tochter «Golden Paper», tätig. Auch im Palmölbereich von Sinar Mas hat die UBS die Finger im Spiel.

Seitdem Greenpeace verschiedene Reports zum Ausmass und Folgen der Regenwaldvernichtung veröffentlicht,  steigt der Druck auf Sinar Mas. Grosskonzerne wie Unilever, Nestlé oder Burger King haben sich inzwischen von der Gruppe distanziert. Greenpeace fordert auch von der UBS die Beendigung der Zusammenarbeit sowie strikte öffentlich publizierte Richtlinien, die solche Geschäfte in Zukunft verunmöglichen.

Weitere Informationen

Greenpeace Schweiz

Bild: Greenpeace/Oka Budhi

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