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Schweiz wird Stickstoffziele nicht erreichen

  • Eliane Küpfer
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Verkehr, Industrie, Haushalt und Landwirtschaft stossen Stickstoffverbindungen aus, die in grossen Mengen in Luft, Boden und Wasser gelangen und sich negativ auf die Umwelt auswirken. Die Schweiz hat sich international verpflichtet, bis 2020 den Stickstoffausstoss zu reduzieren und Ziele zur Minderung des Stickstoffausstosses festgelegt.

Eine Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zeigt, dass diese Reduktions- ziele nicht erreicht werden. Im Basisszenario wird bis 2020 keines der national und international verbindlichen Reduktionsziele erreicht. Wenn alle Massnahmen des Luftreinhaltekonzepts sowie die neue Energie- und Klimapolitik wie geplant umgesetzt werden, können immerhin einzelne Ziele erreicht werden. Beim Ver- kehr wäre eine deutliche Abnahme zu erwarten, im Bereich Abwasser kompen- sieren technische Verbesserungen bei der Abwasserreinigung die Mehrbelastung durch die wachsende Bevölkerung und auch in der Landwirtschaft sind nur kleine Veränderungen zu erwarten, obwohl beträchtliche Reduktionspotenziale vorhanden wären, bsp. durch die Anwendung der besten verfügbaren Techniken.

Wird der Stickstoffkreislauf verbessert, wirkt sich dies positiv auf die Biodiversität, die Qualität der Gewässer im In- und Ausland (Nordsee) sowie auf die Luft- (Volksgesundheit) und die Bodenqualität (Bodenfruchtbarkeit, Nahrungsmittel) aus.

Wieso Stickstoffabbau?
Stickstoff ist ein Schlüsselelement für die gesamte belebte Natur. Es gibt verschiedene Stickstoffverbindungen, wie Stickoxide, Ammoniak, Nitrat und Lachgas. Diese können Menschen, Tiere, Pflanzen, Böden und Gewässer schädigen. Lachgas ist ein starkes Klimagas, das die Klimaerwärmung verstärkt. Ammoniak und Stickoxide tragen zur Versauerung und Überdüngung von Ökosystemen bei und beeinträchtigen die Gesundheit. Nitrat verringert den Sauerstoff in Gewässern und flachen Meere wie der Nordsee. Kritische Belastungsgrenzen für Stickstoffeinträge in empfindliche Ökosysteme werden immer wieder grossräumig überschritten.

Bild: 4028mdk09 [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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