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Schweiz erforscht gentechnisch veränderte Pflanzen

  • Judith Schärer
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Die zweite Feldsaison mit gentechnisch veränderten Kartoffeln und Weizen steht vor dem Abschluss. Im Projekt geht es darum, den möglichen Nutzen für die Landwirtschaft und eventuelle Umweltrisiken zu untersuchen.

Auf der Protected Site, dem Versuchsfeld des Bundes für Studien mit gentechnisch veränderten Pflanzen, liefen dieses Jahr zwei Projekte, deren Ergebnisse Agroscope nun präsentiert. Einerseits untersuchte die Forschungsstelle gentechnisch veränderte Kartoffellinien aus den Niederlanden. Andererseits gab es einen Weizen-Versuch der Universität Zürich, welcher dieses Jahr bereits zum zweiten Mal durchgeführt wurde.

Kartoffel-Versuch

Neu dieses Jahr war ein Vorversuch von Agroscope mit Kartoffeln, welcher dieses Frühjahr vom Bundesamt für Umwelt bewilligt worden war. Dabei wurden zwei cisgene Kartoffellinien der Universität Wageningen (NL) im Feld untersucht. Als Kontrollen hat man ihre Ausgangssorte Désirée und sechs weitere konventionell gezüchtete Kartoffelsorten verwendet. Den Kartoffeln wurden Resistenzgene aus Wildkartoffeln gegen die Kraut- und Knollenfäule gentechnisch übertragen. Die Fäule ist die wichtigste Kartoffelkrankheit weltweit und erfordert in der Schweizer Kartoffelproduktion durchschnittlich sieben bis acht Fungizid-Behandlungen pro Jahr. Die extreme Hitzewelle und die trockenen Verhältnisse im Juli verzögerten jedoch in diesem Jahr die Krankheitsentwicklung stark. Trotz Bewässerung und dem künstlichen Ausbringen des Krankheitserregers war der Krankheitsbefall zu schwach, um zuverlässige Beobachtungen der Krankheitsresistenz machen zu können.

Im Rahmen der Biosicherheitsforschung wurde zudem das Wachstum der Pflanzen verfolgt, wobei die cisgenen Linien keine Auffälligkeiten im Vergleich zur Ausgangs-Sorte Désirée zeigten. Ausserdem wurden Insekten auf den Kartoffelblättern untersucht. Am häufigsten waren Blattläuse zu finden. Auch hier gab es keine Hinweise auf Unterschiede zwischen den cisgenen Linien und Désirée. Ab dem nächsten Versuchsjahr soll mit allen acht bewilligten cisgenen Linien gearbeitet werden. Dann soll sich zeigen, welche Gene und Genkombinationen in der Schweiz gegen die Kraut- und Knollenfäule wirksam wären.

Weizen-Versuch

Für den gentechnisch veränderten Weizen war es schon das zweite Versuchsjahr. Die Universität Zürich führte Feldversuche mit Weizen durch, dem mittels gentechnischer Methoden Resistenzgene gegen Mehltau aus alten Weizensorten und Landrassen übertragen wurde. In der Studie konnten solide Daten zur Resistenz einer neuen Variante (Allel) des untersuchten Mehltau-Resistenzgens, Genpyramiden (d.h. zwei Gene in einer Pflanze) und Mischungen erhoben werden. Bei der Untersuchung der Mehltauresistenz zeigte sich, dass insbesondere Pflanzen mit einer Kombination von zwei Resistenzgenen sehr widerstandsfähig waren. Der Feldversuch wurde Ende Juli geerntet und ist für dieses Jahr beendet.

Mit den Feldversuchen bei Weizen sollen Erkenntnisse zu den Grundlagen der Krankheitsresistenz gegen Pilze gewonnen werden. Dieses Wissen soll die Züchtung gegen Pilzkrankheiten in der Zukunft verbessern, damit Pflanzen gezüchtet werden können, welche eine dauerhafte Resistenz aufweisen.

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