Schwarzer Tag für die Eisbären

  • Corinna von Kürthy
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Nach der Klimaerwärmung stellt die Jagd die grösste Gefährdung des Königs der Arktis dar: Allein in Kanada werden 400 Eisbären jährlich für den Handel mit Fellen, Krallen und Zähnen getötet. Die USA, unter anderem unterstützt von Russland, wollten dem internationalen Handel mit Eisbären Einhalt gebieten. Ihr Antrag an die Delegierten des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES sah vor, den Eisbären auf Anhang 1 zu listen. Dabei handelt es sich um eine Liste, die besonders stark gefährdete Tierarten bezeichnet und sie unter grösstmöglichen Schutz stellt. Dies hätte zum Verbot des inter- nationalen Handels mit Teilen und Produkten von Eisbären geführt.

An der Artenschutzkonferenz CITES in Bangkok haben heute die Delegierten der 178 Mitgliedstaaten, darunter die Schweiz, Kanada, Norwegen und Dänemark, das internationale Handelsverbot mit Eisbärenprodukten in erster Instanz abgelehnt. Dies berichtete OceanCare heute in einer Medienmitteilung.

42 Länder stimmten gegen den Eisbären, 46 enthielten sich und 38 gaben ihre Stimme dem König der Arktis. Der Schutz- antrag scheiterte am Widerstand von Kanada, der Schweiz und der EU. Während die EU auf der letzten CITES-Konferenz gegen den Antrag stimmte, hat sie sich diesmal enthalten. Deutschland und die Mehrheit der EU-Staaten haben sich für den Eisbärenschutz ausgesprochen, doch Dänemark und wenige andere Staaten haben ein positives Votum der EU, die auf der Artenschutzkonferenz einheitlich abstimmen muss, blockiert. Die EU-Kommission drängte auf einen Alternativvorschlag, der jedoch den Handel mit Eisbären nicht eingeschränkt hätte.

„Profitgier und politische Absprachen haben erneut verhindert, dass eine aussterbende Art wie der Eisbär streng geschützt wird – ein Armutszeugnis“ sagt Sandra Altherr von Pro Wildlife, einer Partnerorganisation von OceanCare.

Bild: Agrant141 [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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OceanCare

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