Schwarze Schwäne sollen sich am Thunersee nicht ausbreiten

  • Redaktion Naturschutz
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Die auf dem Thunersee seit einigen Jahren freigelassenen Schwarzen Schwäne sollen sich gemäss einem Entscheid des Kantons Bern nicht weiter ausbreiten. Sie sollen nun eingefangen und zum Besitzer zurückgebracht werden. Grund: Die Bundesgesetzgebung verbietet das Aussetzen von fremden Tierarten, weil sie einheimische Arten gefährden können.

Der Schwarze Schwan stammt ursprünglich aus Australien. In Europa wird er als Zoo- und Zuchtgeflügel gehalten. Am Thunersee sind die exotischen Vögel aus einem privaten Vogelpark entwichen. Eine Petition der „Freunde der Schwarzen Schwäne“ mit 5800 Unterschriften wollte letztes Jahr erreichen, dass sie sich frei vermehren dürfen. Der Schweizer Vogelschutz SVS, die Bernische Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz (Berner Ala), die Schweizerische Vogelwarte Sempach, Pro Natura und die lokalen Tierschutzvereine hingegen begrüssen das Ausbreitungsverbot.
Ein Positionspapier des Schweizer Vogelschutzes SVS hält fest, dass die Gefahr, die von einzelnen ausgesetzten Arten ausgeht, kaum vorhersagbar ist. „Probleme treten oft erst mit grosser zeitlicher Verzögerung auf. Im Sinne des Vorsorgeprinzips sind deshalb alle entwichenen und ausgesetzten Tiere wieder einzufangen.“
Auch für die Vogelwarte ist der Entscheid rechtlich wie biologisch korrekt. Er entspreche den Bestimmungen des eidgenössischen Jagdschutzgesetzes und den internationalen Konventionen zum Schutz der Artenvielfalt. In erster Linie aber mache das Vorgehen biologisch Sinn, denn es gelte, die einheimische Tierwelt vor allfälligen Problemen mit eingeführten Arten aus anderen Kontinenten zu bewahren. (sb)

Links zum Beitrag
NZZ online
Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz
Schweizerische Vogelwarte Sempach

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