© Wildnispark Zürich
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Schutzverordnung Sihlwald wird angepasst

  • Roman Vonwil
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2009 erhielt der Sihlwald das Label als nationaler Naturerlebnispark. Voraussetzung dafür war eine Verordnung des Kantons Zürich, die seit 2008 die Nutzung und den Schutz der einmaligen Naturlandschaft im Sihltal und am Albis regelt. In den vergangenen sechs Jahren zeigte sich, dass einzelne Bestimmungen angepasst werden müssen. Nun wird der Entwurf der revidierten Schutzverordnung öffentlich aufgelegt. Die von verschiedenen Seiten gestellten Begehren sind darin weitgehend erfüllt.

Der Sihlwald ist einer der grössten sich selbst überlassenen Laubmischwälder des schweizerischen Mittellandes – eine einmalige Naturlandschaft in unmittelbarer Nähe der dicht besiedelten Agglomeration und der Stadt Zürich. 2009 erhielt er vom Bund als bisher einziges Gebiet in der Schweiz das offizielle Label als Naturerlebnispark, Park von nationaler Bedeutung, zugesprochen.

Voraussetzung dafür war der Erlass einer kantonalen Schutzverordnung, die seit 2008 die Nutzung und den Schutz des Gebiets regelt. Sie sorgt dafür, dass sich der Sihlwald mit seiner landschaftlichen Eigenart und seiner charakteristischen Tier- und Pflanzenwelt ursprünglich und ungestört entwickeln kann. Gleichzeitig soll die Bevölkerung die faszinierende Waldnatur erleben können. Das Gebiet bleibt als Erlebnis-, Bildungs- und Erholungsraum für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Die Stiftung Wildnispark Zürich lenkt seither alle Aktivitäten im Park. Dazu gehören Bildung, Öffentlichkeitsarbeit, Aufsicht und Signalisation.

In den Jahren nach der Festsetzung der Schutzverordnung zeigte die Praxis, dass verschiedene Bestimmungen der Verordnung klärungs- und verbesserungsbedürftig sind. Dabei geht es insbesondere um die Benützung verschiedener Wege durch Wanderer, Velofahrer, Hundehalter und Reiter. Verschiedene Interessengruppen und Gemeinden forderten gewisse Lockerungen von Bestimmungen, andere wiederum verlangten eine strikte Beibehaltung der heutigen Regeln. Das Amt für Landschaft und Natur (ALN) hat in der Folge in Absprache mit der Stiftung Wildnispark Zürich die Schutzverordnung überprüft.

Mit dem nun vorliegenden Entwurf werden die Begehren der Gemeinden und Interessengruppen weitgehend erfüllt. Dennoch bleibt die Kernzone umfassend geschützt. Der Gratweg soll aus dem Parkperimeter entlassen werden. Damit gilt dort wieder der Zustand vor 2008: Velofahrer und Reiter dürfen den Weg, wo er dies zulässt, wieder benützen. Zwischen dem rechten Sihluferweg und der Sihl sollen Hunde nicht mehr an der Leine geführt werden müssen. So wird der gewünschte Zugang zum Wasser ermöglicht, ohne dass wichtige Naturwerte gefährdet wären. Um regionale Verbindungen zu ermöglichen, sollen zudem einige weitere Wege für Velos und Pferde freigegeben werden.

An der Festlegung, dass die Bachtelenstrasse ab 2019 nur noch von Fussgängern benützt werden kann, soll hingegen festgehalten werden. Die Strasse führt mitten durch die Kernzone. Mit der Rückstufung des Wegs von einer Forststrasse zu einem Fussweg kann zum einen ein grosses Stück Kernzone von einem Teil der Nutzungen entlastet und beruhigt werden, zum andern kann die natürliche Dynamik auch im Bereich des Wegs zugelassen und auf aufwändige Unterhaltsmassnahmen verzichtet werden.

Der Entwurf der revidierten Schutzverordnung durchläuft zurzeit eine Vernehmlassung bei Gemeinden, Planungsgruppen, Ämtern und Interessengruppen. Er liegt vom 1. bis 30. September 2014 in den sechs Anstössergemeinden und beim Amt für Landschaft und Natur öffentlich auf. Der Entwurf kann hier eingesehen werden.

Zudem führt das kantonale Amt für Landschaft und Natur eine öffentliche Informationsveranstaltung zur Revision der Schutzverordnung durch:

Montag, 8. September 2014, 19.30 bis ca. 21.00 Uhr, Schwerzisaal, In der Schwerzi 4, Langnau am Albis

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