© Marcus respontour [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Schutzgebiete: Schweiz ist europäisches Schlusslicht!

  • Kathrin Ruprecht
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Der gestern von der Europäischen Umweltagentur EEA veröffentlichte Umweltbericht zeigt, dass die Schweiz für den Erhalt der Biodiversität noch viel tun muss. Bezüglich der Ausscheidung von Schutzgebieten belegt unser Land von allen 38 untersuchten europäischen Ländern den letzten Platz. SVS/BirdLife Schweiz, Pro Natura und der WWF Schweiz fordern daher den Bundesrat auf, den überfälligen Aktionsplan Biodiversität rasch zu verabschieden und zusammen mit den Kantonen umzusetzen.

Weite Kreise der Bevölkerung und der Politik haben die Vorstellung, die Schweiz sei in Sachen Naturschutz und Förderung der Biodiversität ein Musterland. Doch der heute von der Europäischen Umweltagentur EEA veröffentlichte Umweltbericht „SOER 2015“ zeigt einmal mehr, dass dem nicht so ist. So weist unser Land gemäss den umfassenden Analysen der EEA gerade mal 6,5 Prozent der Landesfläche als Schutzgebiete aus. Damit liegt die Schweiz in der Reihe von 38 Ländern Europas abgeschlagen am Schluss. Am meisten Schutzgebiete weist Slowenien aus (über 50 Prozent Flächenanteil), und auch mehrere Länder, von denen man das nicht unbedingt erwarten würde, haben über 30 Prozent ihrer Fläche unter Schutz gestellt – so Bulgarien, Kroatien oder Griechenland. Die Schweiz hat zudem, ebenfalls im Gegensatz zu vielen Ländern Europas, in den letzten Jahren keine neuen nationalen Schutzgebiete ausgeschieden.

Schutzgebiete sind das Kernstück einer ökologischen Infrastruktur, welche die biologische Vielfalt langfristig sichern kann. Aber auch in anderen Bereichen wie etwa der „biodiversitäts-freundlichen“ Nutzung der ganzen Landschaft macht die Schweiz nicht genug. Das zeigt sich darin, dass die Roten Listen in unserem Land deutlich länger sind als in vielen Teilen Europas.

SVS/BirdLife Schweiz, Pro Natura und WWF Schweiz fordern deshalb, dass die Schweiz beim Schutz der Natur, der Landschaft und der biologischen Vielfalt endlich einen grossen Schritt vorwärts macht. Ziel muss es sein, den dringend benötigten und längst überfälligen Aktionsplan Biodiversität, der auch die Einrichtung einer ökologischen Infrastruktur vorsieht, die an das ökologische Netz der Nachbarländer anknüpft, baldmöglichst in Kraft zu setzen. WWF, Pro Natura und SVS/BirdLife Schweiz fordern den Bundesrat auf, jetzt konkrete Massnahmen zu beschliessen und unsere Lebensgrundlagen und die Natur, auf welche die Schweiz stolz ist und die für den Tourismus einen unbezahlbaren Wert darstellt, besser zu schützen – zusammen mit den Kantonen, den Gemeinden, der Wirtschaft, den Verbänden und der Bevölkerung.

2 Kommentare

  • Gerber

    Fast alle diese Länder sind finanziel arm. Bei uns ist das Geld und immer mehr Menschen ohne halt. Frage: Wollen wir immer mehr Leute und immer mehr importieren und ein Scheinöko. Oder endlich ein Stopp um etwas noch erhalten zu können

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