WWF

Schutzbemühungen in Kroatien

  • Stefanie Pfefferli
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Kroatiens Naturschönheiten umfassen neben den blauen Adriastränden auch die letzten grossen Auwälder Europas. Am Tag vor der Unterzeichnung des EU-Beitrittsvertrages durch Kroatien warnt der WWF vor der Zerstörung der einzigartigen Flussökosysteme des Landes. Jahrzehnte alte Regulierungs- und Kanalisierungspläne aus kommunistischen Zeiten, werden derzeit von der dortigen Wasserbaulobby aus der Schublade geholt.

„An der kroatischen Donau, Drau und Mur, an der Save und der Neretva finden wir noch Flussparadiese mit riesigen Auwäldern und einer enormen Artenvielfalt vor“, schwärmt Arno Mohl, internationaler Flussexperte beim WWF. „Diese Flüsse sind gesamteuropäisches Naturerbe, und müssen unbedingt für die kommenden Generationen bewahrt werden!“ Statt ökologisch gesunde Flüsse in Korsette aus Leitwerken und Steinpackungen zu zwängen, solle Kroatien unverzüglich das EU-Umweltrecht in die Praxis umsetzen und seine wertvollen Flusslandschaften effizient schützen, fordert Mohl.

Insgesamt stehen 500 Kilometer natürlicher Flusslandschaften auf dem Spiel. Die meisten Projekte – entlang insgesamt fast 450 Kilometern – wurden bereits vom Umweltministerium genehmigt. Die Regulierung einer 53 Kilometer langen Grenzstrecke der Donau zwischen Kroatien und Serbien, ist jedoch noch Gegenstand einer Umweltverträglichkeitsprüfung, die in spätestens vier Monaten abgeschlossen sein soll. Das Europäische Parlament hat allerdings bereits Anfang dieses Jahres festgestellt, dass „auf die für Europa einzigartige landschaftliche Situation und die Anwendung der in der EU geltenden Regeln“ bei Genehmigungen von Anfang an Rücksicht genommen werden muss.

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Bild: WWF

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