Wenige Tage altes Kiebitzküken, Bild © Michael Gerber
Wenige Tage altes Kiebitzküken, Bild © Michael Gerber

Schutzbemühungen für Kiebitze mit Jungvögeln belohnt

  • Nicole Wabersky
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Sieben Kiebitzpaare hatten sich im Frühling auf dem fünf Hektaren grossen „Tirbel“ zum Brüten niedergelassen, nun tummeln sich 20 dieser seltenen Vögel auf den Gossauer Äckern.

ZVS/BirdLife Zürich, der Verband der Zürcher Vogel- und Naturschutzvereine, leitet das Gossauer Kiebitz-Projekt, welches im Rahmen der Kampagne 100xZüriNatur umgesetzt wird. Ziel ist es laut Mitteilung, die brütenden Kiebitze auf den Landwirtschaftsflächen in Gossau zu schützen.

Das Gossauer Kiebitz-Team hatte im Lauf des Frühlings mit aufwändigen Beobachtungen die insgesamt sieben Nester identifiziert und vorübergehend kleinräumig eingezäunt. Der Zaun hält frei laufende Hunde ab und schützt vor nächtlichen Nesträubern wie Fuchs und Marder. Bereits zum viertel Mal brüten Kiebitze auf demselben Maisacker im Zürcher Oberland.

Das Kiebitz-Team beobachtet von Anfang März bis Mitte Juli die Gossauer Kiebitze systematisch und setzt die Schutzmassnahmen um. Betreut werden die freiwilligen Helfer vom Ökobüro Orniplan. Bauer Ruedi Winkler, Bewirtschafter des Tirbel, hat auf dem Acker in Absprache mit BirdLife Zürich Mais angesät. Das Kiebitz-Team hat während der Ansaat die markierten Nester mit Eimern abgedeckt und alle so geschützten Nester wurden von den Altvögeln nach der Ansaat weiter bebrütet.

Die Kiebitzfamilien konnten so auf Nahrungssuche gehen, vorläufig noch zu Fuss, dafür geschützt vor Fressfeinden und Störungen. Die heikle Phase von rund fünf Wochen haben mindestens sieben Jungkiebitze überstanden: Sie haben nun das flugfähige Alter erreicht und sind selbständig. Sie werden zusammen mit den Altvögeln bald in südlichere Gefilde ziehen.

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