Schutz des Grundwassers: Weiterhin Lücken im Vollzug

  • Redaktion Naturschutz
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Mehr als 80 Prozent des Trinkwassers in der Schweiz werden aus Grundwasser gewonnen. Die Kantone sind verpflichtet, um alle öffentlichen Grundwasserfassungen und -anreicherungsanlagen Grundwasserschutzzonen auszuscheiden und damit die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung langfristig zu schützen. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass die damit verbundenen Massnahmen von den zuständigen Behörden auch tatsächlich durchgesetzt werden. Mit der Publikation „Management des Grundwassers in der Schweiz“ legt das Bundesamt für Umwelt BAFU nun Leitlinien vor, die Schwachstellen im Vollzug zu beheben.
Denn obwohl die Bestimmungen zum Schutz des Grundwassers konkret und umfassend sind, ortet das BAFU im Vollzug weiterhin Lücken. Insbesondere müsse die rechtskräftige Ausscheidung von Grundwasserschutzzonen für Trinkwasserfassungen vorangetrieben und sichergestellt werden, dass in diesen Zonen keine wassergefährdende Landnutzung stattfindet.
Problematisch sei in dieser Hinsicht insbesondere die intensive Landwirtschaft, schreibt das BAFU. Im Einzugsgebiet wichtiger Trinkwasserfassungen in Tallagen liesse sich der intensive Acker- und Gemüsebau nur schwer mit den Anliegen eines wirksamen Grund- und Trinkwasserschutzes vereinbaren, da das Grundwasser dabei vielerorts zu stark mit Pestiziden und Nitrat belastet werde. (sb)

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