schnecke

Schnecken geht es schlecht

  • Silvan Kaufmann
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schneckeDer Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz macht anlässlich der Halbzeit des Projektes Schneckenpirsch Evolution MegaLab auf die Situation der Schnecken in der Schweiz aufmerksam. Den Schnecken geht es schlecht, ein Drittel der Arten ist bedroht. Gemäss ersten Resultaten der Roten Liste der Schnecken, die 2010 veröffentlicht wird, sind mehrere Arten ausgestorben. Schnecken haben eine grosse Bedeutung für das Ökosystem und sind auf einen gesunden Boden angewiesen. 
 
Anlässlich der Halbzeit des Projektes Evolution MegaLab zieht der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz eine positive Bilanz der Schneckenpirsch: Das grösste populärwissenschaftliche Forschungsprojekt Europas stösst bei der Bevölkerung auf grosses Interesse. So konnte die Schweiz, gemessen an ihrer Einwohnerzahl, überdurchschnittlich viele Meldungen beisteuern, nämlich gut 10 Prozent aller Einträge. Der SVS ruft die Bevölkerung auf, bis im Herbst weiter an diesem spannenden Projekt mitzumachen und auf Schneckenpirsch zu gehen, mehr dazu unter www.birdlife.ch

Dank ihrer geografischen Lage mit Arten aus allen europäischen Regionen und dank ihres Reichtums an unterschiedlichen Lebensräumen verfügt die Schweiz über eine grosse Vielfalt an Schneckenarten, nämlich 250 Arten (200 Landschnecken, 50 Wasserschnecken). 80 der 250 Arten sind aber mehr oder weniger bedroht und 3 sind sogar ausgestorben.

Gemäss dem Schneckenfachmann Jörg Rüetschi, der für die Erneuerung der Roten Liste der Landschnecken verantwortlich ist, trägt die Schweiz eine besondere Verantwortung: „Die Schweiz beherbergt mehrere Schneckenarten, die weltweit nur hier vorkommen, ein Hotspot sind die Alpen.“ Erste Resultate der erneuerten Roten Liste der Landschnecken zeigen, dass seit der letzten Erhebung von 1994 zwei Arten verschwunden sind. Damals galten schon 33 Prozent der Schneckenarten als bedroht. Die neuen Resultate sollen im Herbst 2010 veröffentlicht werden.

Gründe für die Gefährdung der Schnecken sind die Zerstörung ihrer Lebensräume, etwa wenn Wiesen drainiert werden, wenn in ausgeräumten Wäldern wegen der intensivierten Forstwirtschaft kaum noch Totholz zu finden ist oder wenn Naturflächen überbaut werden. Auch die Bodenversauerung ist ein Problem. Schliesslich könnte auch die Klimaerwärmung ein Gefährdungsfaktor sein, da ihr die Schnecken nicht entfliehen können.

Was kann man tun?

Der Schweizer Vogelschutz SVS und seine Sektionen setzen sich besonders mit der Kampagne „Biodiversität – Vielfalt ist Reichtum“ für die Artenvielfalt ein. Gemeinden und Einzelpersonen ruft der SVS dazu auf, mehr natürliche Lebensräume zu schaffen, besonders auch im Siedlungsraum. Konkret ist dies vor allem mit der Schaffung von Kleinstrukturen möglich,  wie zum Beispiel  dem Anlegen von Blumenwiesen oder Hecken aus einheimischen Sträuchern, welche auch Asthaufen als Unterschlupf enthalten. Diese Massnahmen sind ein wertvoller Beitrag, um die Vielfalt der Schnecken und anderer Tierarten zu erhalten.

SVS/BirdLife

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