SES Balken

Schlusslicht bei Wind- und Sonnenenergie

  • Eliane Küpfer
  • 5

Innerhalb der nächsten Jahre gilt es für die Schweiz 40Prozent Atomstrom zu ersetzen, dies zu einem grossen Teil mit Hilfe von Windkraft und Photovoltaik. Dass dies innert nützlicher Frist möglich ist, beweisen unsere Nachbarländer. Doch in der Schweiz schreitet dieser Prozess nur schleppend voran.

Vergangene Woche hat das EU-Projekt‚ER“ die aktuellen Daten der Photovoltaikproduktion 2012 in der EU veröffentlicht. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES hat Daten aus dem europäischen Umland nun zum zweiten Mal mit denen aus der Schweiz verglichen. Leider hat sich seit dem Vorjahr wenig getan: Die Schweiz liegt bei Wind- und Solarenergie nach wie vor abgeschlagen auf dem letzten Platz – die Distanz zu den Top drei wird sogar grösser. Um die Grössenunterschiede der Länder zu berücksichtigen, wurde erneut die Stromproduktion pro EinwohnerIn betrachtet.

In Deutschland wird pro EinwohnerIn mittlerweile 15mal so viel Strom aus Sonne und Wind gewonnen wie in der Schweiz. Aber auch vergleichbare Länder, die wie die Schweiz ohne Zugang zum Meer sind (kein Küstenwind) und allesamt nördlicher liegen, haben einen riesigen Vorsprung: Tschechien produziert mehr als 4mal so viel Strom pro Einwohner aus Photovoltaik. In Österreich wird beinahe 26mal so viel Strom aus Windkraft produziert.

Grund dafür ist laut SES, dass der Zubau der neuen Erneuerbaren durch die Politik künstlich blockiert wird: Der Bundesrat will die Photovoltaik mittels Kontingenten ausbremsen und das Bundesamt für Energie benachteiligt die Technologie bei der Vergabe der Gelder aus der kostendeckenden Einspeisevergütung KEV. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES fordert die Schweizer Politik, die Behörden und die Stromwirtschaft auf, beim Zubau erneuerbarer Energien endlich vorwärts zu machen. Wir wollen nicht das Schlusslicht bleiben!

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5 Kommentare

  • Daniela Cervenka

    Lieber Jürg,
    das stimmt, dass Nachts die Sonne nicht scheint. Dies ist jedoch kein Todesurteil für eine Erneuerbare Energie Zukunft. Eine Lösung des Problems lautet: Energiespeicherung. Verschiedene Insitute und Universitäten forschen in diesem Bereich. Hier hat es einige Beispiele um Energie zu speichern:
    http://green.wiwo.de/windrad-mit-speicher-englander-wollen-grunstrom-bei-flaute-moglich-machen/
    http://www.energiestiftung.ch/energiethemen/erneuerbareenergien/wasser/speicherkraftwerke/

    Oftmals wird vergessen, dass in der Nacht die Nachfrage nach Energie abnimmt. Am meisten Energie wird tagsüber benötigt und dann scheint auch die Sonne. Ein guter Beitrag, zwar aus Deutschland aber für die Schweiz genauso gültig, hier:
    http://www.iwr-institut.de/presse/presseinfos-energiewende/solarenergie-sonne-scheint-nicht-immer-warum-die-sonne-nachts-nicht-scheinen-muss

    Zusätzliche Antworten zum Thema Stromversorgung gibt es hier:
    http://www.greenpeace.org/switzerland/de/Themen/Stromzukunft-Schweiz/Stromversorgung/Wichtige-Fragen–ihre-Antworten/

    Eine weitere Lösung des Energieproblems ist das sparen. Jährlich werden rund 30% des Stroms „vergeudet“.

    Ebenfalls wäre es wünschenswert, dass die Energie-Fragen dezentralisiert werden und für ganz Europa Lösungen erarbeitet werden. Wie wäre es mit verschiedenen Solarthermiekraftwerken in sonnenreichen Ländern, welche dann Strom in den Europäischen Markt einschleusen?

    Du siehst eine Energiewende ist durchaus realisierbar. Ganz wichtig für die Energiewende ist das Umdenken jede Einzelnen. Zusammen können wir was bewegen!!

    Lieben Gruss

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  • Jürg Jehle

    Naturschutz.ch schreibt oben:
    „Innerhalb der nächsten Jahre gilt es für die Schweiz 40Prozent Atomstrom zu ersetzen, dies zu einem grossen Teil mit Hilfe von Windkraft und Photovoltaik. Dass dies innert nützlicher Frist möglich ist, beweisen unsere Nachbarländer. Doch in der Schweiz schreitet dieser Prozess nur schleppend voran.“
    Stimmt nur solange die Sonne scheint und der Wind bläst, danach ist Schluss. Während 3/4 der Zeit eines Jahres kommt der Strom aus anderen Kraftwerken. Ist doch sonnenklar, vorallem nachts, und unmöglich zu erklären.

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  • Jürg Jehle

    Mit allem Geld der Welt ist nicht zu ändern, dass Wind- und Sonnenkraft bei Flaute und Dunkelheit zu wenig Strom liefern. Das ist übrigens ein Naturgesetz und für die meisten Leute unglaublich. Wir brauchen neue Energien die Strom liefern wenn er BENÖTIGT wird. Lösungen sind bekannt, aber nicht öffentlich zugänglich.

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  • Jürg Jehl

    Kein Konzept für neue Energien!
    Bundesrätliche Energiestrategie 2050

    Mit allem Geld der Welt ist nicht zu ändern, dass Wind- und Sonnenkraft bei Flaute und Dunkelheit zu wenig Strom liefern.
    Ein 10 kW Solarkraftwerk liefert pro Jahr rund 10’000 kWh also ca. 1000 Std.
    Ein 10 kW Windkraftwerk liefert pro Jahr rund 17’000 kWh also ca. 1700 Std.
    Ein 10 kW Wasserkraftwerk liefert pro Jahr 87’600 kWh also 365×24=8760 Std.
    Im Aug.2013 wurde das leistungsstärkstes Solarkraftwerk ans öffentliche Stomnetz angeschlossen … Gesamtleistung 5,21 MW Peak, Jahresertrag: 4,84 GWh. Man Rechne 4840 : 5,21 = 929 Std.! Das Jahr hat aber 8760 Std.! Der Grund für die Unterschiede sind Flauten und Dunkelheit, was wir an bestehenden Anlagen ganz einfach nachrechnen können.
    Während den rund 7000 Std Flaute und Dunkelheit, kann der Strom NUR aus alten Kraftwerken kommen, daher können diese erst stillgelegt werden wenn neue Energien dann Strom liefern wenn wir ihn brauchen. Ich wäre dankbar für einen Link zum Konzept.

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  • Studer Jörg

    Die Schweiz hat einen sehr sauberen Strommix, mit dem grossen Kohlestromanteil ist Deutschland auch bei der Umweltverschmutzung Spitzenreiter!

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