Schlangenadler

Schlangenadler brütet im Wallis

  • Redaktion Naturschutz
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Der Schlangenadler ist mit einer Spannweite von bis zu 188 Zentimetern ein recht großer Greifvogel. Unter den europäischen Greifvögeln ist er mit seiner fast ausschliesslichen Reptiliennahrung ein Ernährungsspezialist und in seinem Vorkommen entsprechend eng an ein ausreichendes Angebot an Schlangen und Eidechsen gebunden. Schlangenadler leben vor allem in Südfrankreich (2000 Paare) und Italien (500 Paare).

Wie Blick.ch diese Woche berichtete, hat 2012 zum ersten Mal ein Schlangenadler-Pärchen in der Schweiz gebrütet und sein Junges grossgezogen. Entdeckt und fotografiert wurden die Schlangenadler von dem Ornithologen Lionel Maumary. In einem abgelegenen Waldstück in der Nähe von Leukerbad VS findet er das Brutpärchen. Dass sich dieser seltene Greifvogel im Wallis heimisch fühlt, führt Maumary auf die Klimaerwärmung zurück. „Schlangen, die Hauptnahrung des Schlangenadlers, gefällt das wärmere Klima. Sie vermehren sich, weiten ihren Lebensraum in die Höhe aus“, erklärte Maumary Blick.ch.

Laut Maumay beteiligte sich auch das Männchen am Brüten und konnte immer wieder dabei beobachtet werden, wie es für mehrere Stunden auf dem Ei sass, damit die Mutter sich Nahrung suchen konnte. Am 30. Mai 2012 war es dann soweit. Der junge Schlangenadler, den Maumary „Bébé“ tauft, schlüpft aus dem Ei. Dies war einer der grössten Momente in seiner Kariere. „Es gibt nichts Schöneres, als die junge Adlerfamilie in der Morgendämmerung zu beobachten“, berichtete der Ornithologe Blick.ch.

Mehrmals wöchentlich besucht er die Adler-Familie und fotografiert diese auch. „Die Eltern kümmerten sich liebevoll um ihr Junges und fütterten es fleissig. Ich habe 114 Mal beobachtet, wie sie ihm Schlangen oder Blindschleichen brachten. Nur zweimal einen Vogel. Und einen Frosch.“

Mitte August ist es dann soweit. Der junge Schlangenadler verlässt zum ersten Mal das Nest, um dann im Oktober mit seinen Eltern die Reise ins Überwinterungsgebiet in Afrika (südlich der Sahara) anzutreten. „Wenn sie die weiten Flüge überleben, sehe ich die Eltern nächstes Jahr wieder im Wallis“, sagt Maumary. „Der Jung­adler bleibt zwei Jahre in Afrika.“

Bild: MarioM [CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

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