Tiertransport

Schlachtviehtransporte auf dem richtigen Weg

  • Nora Kieselbach
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Obwohl es bei den jährlich rund 300 unangemeldeten Tiertransportkontrollen, die der Schweizer Tierschutz STS  im Auftrag mehrerer Label und Firmen durchführt, immer wieder zu Beanstandungen kommt, darf grundsätzlich festgehalten werden: Tiere werden heute in unserem Land schonender transportiert als noch vor zehn Jahren. Handlungsbedarf besteht hingegen bei den tiertransportierenden Landwirten, die von der Aus- und Fortbildungspflicht befreit sind, schreibt der STS in einer Medienmitteilung. Seit 2008 gelten relativ strenge Tierschutzbestimmungen für Transporte, insbesondere eine weltweit einzigartige Fahrtzeitbeschränkung auf maximal sechs Stunden.

Die vor vier Jahren eingeführte gesetzliche Beschränkung (Tierschutzverordnung TschV, Kap. 7 S.53ff) von Tiertransporten auf maximal sechs Stunden Fahrtzeit und die obligatorischen Aus- und Weiterbildungskurse für gewerbsmässige Tiertransporteure zeigen Wirkung: die gegen vier Millionen Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen sowie rund 50 Millionen Hühner, welche jedes Jahr von den etwa 50’000 tierhaltenden Bauern zu einem der grossen Schlachthöfen im Land auf Schweizer Strassen unterwegs sind, fahren immer „schonender“. Seit 2008 gelten relativ strenge Tierschutzbestimmungen für Transporte, insbesondere eine weltweit einzigartige Fahrtzeitbeschränkung auf maximal sechs Stunden. Im Auftrag mehrerer Label und Firmen (Coop, Migros, Vereinigung der IP-Bauern, Mutterkuh Schweiz) überprüft der Schweizer Tierschutz STS jährlich unangemeldet 300 Tiertransporte, wobei am häufigsten überladene oder zu lange dauernde Tiertransporte beanstandet werden müssen.

Das Wohl der Tiere auf dem Transport ist dabei entscheidend abhängig vom Umgang mit den Tieren – d.h. vom „Faktor Mensch“. Daher führen der Schweizerische Viehhändlerverband SVV und die ASTAG, der Schweizerische Nutzfahrzeugverband zusammen mit Behörden und mit Experten des Schweizer Tierschutz regelmässige Aus- und Weiterbildungskurse für Chauffeure durch. Seit 2009 nahmen an bislang 40 Kursen über 650 Transporteure teil; bis zum Frühjahr 2013 sind weitere 30 Fortbildungskurse geplant.

Der STS stellt fest, dass die Branche ihre Verantwortung gegenüber den Tieren mit den Ausbildungskursen und den privatwirtschaftlichen Tiertransportkontrollen gut wahrnimmt. Sorgen bereitet hingegen die Situation bei den nicht-gewerblichen Transporteuren: Bauern, die Tiere selber transportieren, sind unverständlicherweise von der Ausbildungspflicht befreit. Entsprechend häufig finden sich denn auch tierschutzrelevante Probleme bei den bäuerlichen Transporten.

Weitere Informationen

STS-Merkblatt Schlachtviehtransport
Agridea-Merkblatt Schlachtviehtransport

Schweizer Tierschutz STS

Bild: Kordian Kassner Naidrok [CC-BY-SA-2.5] via Wikimedia Commons

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