Die Eier der Oliv-Bastardschildkröten sind nicht nur bei Hunden, Krebsen und Stinktieren, sondern leider auch beim Menschen beliebt. | © Roehan Rengadurai [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Die Eier der Oliv-Bastardschildkröten sind nicht nur bei Hunden, Krebsen und Stinktieren, sondern leider auch beim Menschen beliebt. | © Roehan Rengadurai [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Schildkröten-Schmugglern auf der Spur

  • Mélanie Guillebeau
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Schildkröteneier-Wilderern soll das Handwerk gelegt werden: Mit dieser Absicht werden in Costa Rica täuschend echt aussehende Eier mit GPS-Trackern ausgestattet. Sie sollen die Spur der Schmuggler verfolgen, die die gestohlenen Eier für viel Geld auf dem Schwarzmarkt verkaufen.

Arribada!

Arribada – so heisst das vierteljährliche Grossereignis der Bastardschildkröten. Dabei versammeln sich die geschlechtsreifen Tiere zu Zehntausenden zur Eiablage an den Stränden des Pazifik und Atlantik. Doch nur aus rund einem Prozent der Eier werden erwachsene Schildkröten heranwachsen. Denn das einmalige Ereignis ruft viele Prädatoren auf den Plan: Verwilderte Hunde, Stinktiere und Krabben vergreifen sich an den frisch gelegten Schildkröteneiern. Doch die weitaus grösste Gefahr geht vom Menschen aus.

Während der Arribada begeben sich die Bastardenschildkröten zu Zehntausenden ans Festland, um ihre Eier abzulegen. | © Eder Omar Campos González [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
Während der Arribada begeben sich die Bastardschildkröten zu Zehntausenden ans Festland, um ihre Eier abzulegen. | © Eder Omar Campos González [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Schildkröteneier als Delikatessen

Wie die IT-Nachrichten-Website heise online berichtet, hat die menschliche Gier nach den Panzern, dem Fleisch und den Eiern die Meeresschildkröten an den Rand der Ausrottung gebracht. So werden deren Eier auf dem Schwarzmarkt als Delikatessen und Aphrodisiakum gehandelt – für bis zu 20 Dollar pro Ei.

„Bevor wir anfingen, die Strände zu patrouillieren, schätzen wir, dass 80 bis 90 Prozent der dortigen Eier gestohlen wurden“, sagt Kimberly Williams-Guillén der amerikanischen Tierschutzgruppe Paso Pacifico gegenüber heise online.

Die Eier von Meeresschildkröten gelten als Delikatessen. Zudem wird ihnen eine aphrodiasierende Wirkung nachgesagt. Aus diesen Gründen werden die Eier auf dem Schwarzmarkt verkauft. Meeresschildkröten sind jedoch durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen unter Schutz gestellt und deren Handel verboten. | © U.S. Fish and Wildlife Service Northeast Region [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Die Eier von Meeresschildkröten gelten als Delikatessen. Zudem wird ihnen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Aus diesen Gründen werden die Eier auf dem Schwarzmarkt verkauft. Meeresschildkröten sind jedoch durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen unter Schutz gestellt und deren Handel wäre verboten. | © U.S. Fish and Wildlife Service Northeast Region [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Erste Spionage-Eier sind unterwegs

Um dem blühenden Schwarzmarkt den Riegel vorzuschieben, sind die Mitglieder der amerikanischen Tierschutzgruppe Paso Pacifico – allen voran Kimberly Williams-Guillén – innovativ geworden. Die Tierschützerin hat ein künstliches Ei hergestellt, das dem Original aufs Haar gleicht. Entsprungen ist das „falsche“ Ei einem 3-D-Drucker. Der entscheidende Unterschied zum Original ist jedoch dessen Inhalt: Mit einem GPS-Tracker wollen sie die Fährte der Eierdiebe aufnehmen und dadurch zu den Grosshändlern gelangen, die die Eier möglicherweise bis nach China schmuggeln.

Dem Bericht von heise online zufolge wurden die ersten Spionage-Eier bereits in Gelegen der Oliv-Bastardschildkröten in Costa Rica platziert, die „hoffentlich“ bald von den Wilderern geplündert werden. Dann kann die Suche nach den Schildkröten-Schmugglern endlich beginnen.

Weitere Informationen können Sie dem originalen Bericht von Roman Goergen auf heise online entnehmen. 

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