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Schallplatten aus Holz für den Waldschutz

  • Daniela Cervenka
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Am Amazonas geht pro Minute eine Waldfläche von vier Fußballfeldern verloren. Die Gründe: Viehzucht und der Anbau von Soja und anderen Agrarrohstoffen verschlingen gewaltige Flächen. Um auf die Bedrohung aufmerksam zu machen, haben der WWF in Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur, eine Schallplatte aus einem Baumstamm produziert. Darauf hält ein Urwaldriese aus dem Amazonas, ein Jatobá- Baum, ein leidenschaftliches Plädoyer für den Schutz des Waldes.

In Millimeterarbeit wurden, ähnlich den Jahresringen, Tonspuren mit einer Diamantnadel in die Oberfläche eingraviert. Das für die handgefertigten Platten verwendete Holz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Schallplatten in limitierter Auflage können auf jedem konventionellen Plattenspieler abgespielt werden. Zu hören ist ein poetischer Sprechertext, vorgetragen von einem Jatobá-Baum aus dem Regenwald. Für eine authentische Kulisse sorgen Stimmen aus dem Regenwald, aufgenommen vom renommierten Bio-Akustiker Bernie Krause aus Kalifornien.

„Dass der Regenwald bedroht wird, hat man zwar schon oft gehört. Aber noch nie so: aus der Perspektive eines Baumes. Ziel der Idee ist es, auch Menschen für die Waldzerstörung zu sensibilisieren, die sich sonst nicht mit diesem Thema beschäftigen“, erläuterte Peter Waibel, Geschäftsführer der Werbeagentur Jung von Matt/Neckar.

Genesis-Gründer Peter Gabriel konnte ebenso für das Projekt begeistert werden wie der DJ Chris Liebing oder die Band Marteria. Der WWF wird in den kommenden Wochen auf weitere nationale und internationale Musiker, DJs und Radiosender zugehen, um das Projekt auf Blogs, Social-Media-Kanälen und in der Presse bekannt zu machen. Mit den erzielten Spenden erhofft sich der WWF einen nachhaltigen Beitrag für die Rettung des Amazonas-Regenwaldes und seiner Artenvielfalt zu leisten. Die Versteigerung einiger weniger Platten soll das Spendenaufkommen anschließend nochmals erweitern.

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Bild: von Mauroguanandi my work (Eigenes Werk work) [Public domain], via Wikimedia Commons

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