Patrik Walde
© Patrik Walde [CC-BY-SA-3.0], via flickr

Schädliche Mikroverunreinigungen in Schweizer Fliessgewässern

  • Judith Schärer
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Aus Landwirtschaft, Siedlungsgebieten und Verkehr gelangen Mikroverunreinigungen über so genannte diffuse Einträge in die Gewässer. Ein neu veröffentlichter Bericht zeigt, dass in kleinen und mittleren Fliessgewässern der Schweiz verbreitet Konzentrationsspitzen auftreten, die für Wasserlebewesen schädlich sein können.

Mikroverunreinigungen wie Pflanzenschutzmittel, Biozide oder Inhaltsstoffe von Körperpflegeprodukten, Reinigungsmitteln und Medikamenten können bereits in geringen Konzentrationen Wasserlebewesen schädigen. Grosse Mengen solcher Mikroverunreinigungen gelangen stetig aus den Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in die Gewässer. Eine Studie des BAFU (Bundesamt für Umwelt) beschreibt nun erstmals umfassend die Bedeutung der Mikroverunreinigungen, die nicht aus den ARA in die Gewässer gelangen, sondern aus verschiedenen anderen Quellen. Diese so genannten diffusen Einträge stammen vor allem aus der Landwirtschaft, aus Siedlungsgebieten (über Mischwasserüberläufe und Regenwasserkanäle) und dem Strassenverkehr.

Verbreitet kritische Spitzenkonzentrationen

Diffuse Einträge von Mikroverunreinigungen schwanken stark und treten meist während Regenereignissen auf. Die Spitzenkonzentrationen kommen vor allem in kleinen und mittleren Fliessgewässern in Gebieten mit intensiver Landnutzung vor. Gerade die kleinen Bäche sind aber ökologisch von grosser Bedeutung und machen rund 75 Prozent des gesamten Schweizer Fliessgewässernetzes aus. Die diffuse Verschmutzung durch Mikroverunreinigungen ist in vielen Fliessgewässern so hoch, dass sie für gewisse Wasserlebewesen giftig sein kann und somit zu einem Rückgang der Artenvielfalt in vielen Gewässern führt.

Vorwiegend Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft

In der Studie konnten die wichtigsten Quellen von Mikroverunreinigungen ermittelt werden. Sie stammen vor allem aus der Landwirtschaft und, in geringerem Mass, aus Siedlungsgebieten. Die relevantesten Stoffe sind Pflanzenschutzmittel (Insektizide, Herbizide und Fungizide), einige Biozide (aus Siedlungen und aus der Landwirtschaft) sowie die beiden Schwermetalle Kupfer und Zink.

Die detaillierten Berichte des BAFU finden Sie hier >>

Schritte im Kampf gegen die Mikroverunreinigungen

Unter Federführung des Bundesamtes für Landwirtschaft wird derzeit ein Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erarbeitet. Seine Umsetzung soll dazu beitragen, die Einträge von Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft deutlich zu vermindern.

Im März 2014 hat das Parlament zudem eine Änderung des Gewässerschutzgesetzes (GSchG) beschlossen. Sie sieht die landesweite Finanzierung der Ausrüstung von  bestimmten Abwasserreinigungsanlagen (ARA) mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe zur Beseitigung von Mikroverunreinigungen vor. Dieser gezielte Ausbau soll es ermöglichen, rund 50 Prozent der Gesamtbelastung durch Mikroverunreinigungen aus ARA aus dem Wasser zu eliminieren und die Qualität von mittelgrossen und grossen Fliessgewässern mit hohem Abwasseranteil deutlich zu verbessern.

Auch Privatpersonen und Vereine unternehmen Schritte im Kampf gegen die Mikroverunreinigung. Zum Beispiel durch Petitionen, wie wir sie schon in einer früheren Berichterstattung vorgestellt haben. Hier gelangen Sie zum entsprechenden Artikel >>

1 Kommentar

  • Ferdi Projer

    Es kann nicht sein dass wir mit Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten weiter unsere Gewässer und deren Pflanzen und Tiere
    derart belasten. Wann werden wir von solchem Tun abkommen und endlich etwas vernünftiger werden??? Die Wahlen lassen grüssen!!!

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