Wurfscheiben im Naturschutzgebiet

Schädliche Wurfkörper im Naturschutzgebiet

  • Eliane Küpfer
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Der Verein Pro Töss- Auen hat Wurfscheiben, in der Schilffläche der Töss-Auen aufgefunden wurden, zur Untersuchung an ein Laborato- rium gesandt. Die Resultate sind alarmierend. In den untersuchten Scheiben fanden sich Gehalte an polyzyklischen aromatischen Kohle- wasserstoffen (PAK) von 26’700 mg/kg.
 Zum Vergleich: Das Öster- reichische Umweltministerium verwendet einen PAK-Grenzwert von 10 mg/kg, das BUWAL legt für tolerierbares
 Aushubmaterial 15 mg/kg fest.

Dabei lassen der Kanton Zürich und die Betreiberin der Jagdschiess- anlage Au in Embrach seit Jahren verlauten, dass in der bundes- rechtlich geschützten Aue schadstofffreie oder schadstoffarme Wurfscheiben zur Anwendung kämen. In der Antwort auf eine Anfrage aus dem Kantonsrat steht: „Die Betreiberin der Jagdschiessanlage Au bemüht sich bereits seit mehr als sechs Jahren um PAK-arme Wurfkörper …“ Das war im Jahr 2005. Also hat sich seit dem nichts getan.

PAK sind Persistent in der Umwelt, haben eine hohe Toxizität und sind weit verbreitet, weshalb sie eine grosse Bedeutung als Schadstoffe in der Umwelt haben. Einige PAK sind eindeutig Krebserregend, zudem können sie Hautentzündungen und Hornhautschädigungen hervorrufen sowie die Atemwege, Augen und den Verdauungstrakt reizen. In der Töss-Aue tickt also eine ökologische Zeitbombe, darauf weist der Verein Pro Töss-Auen seit Jahren hin. Durch Wegschauen, Abwarten und Abstreiten wird die Situation nicht besser. In der Au in Embrach liegt ein riesiger Scherbenhaufen im Schutzgebiet, der endlich aufgearbeitet gehört und unter keinen Umständen grösser werden darf.

Bild © Töss-Auen, Wurfscheiben im Naturschutzgebiet

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1 Kommentar

  • Rita Trachsel

    aus dem Statusbericht Altlasten, Boden, Abfall und
    Raumplanung März 2009
    7.7.4 Abschätzung der Entwicklung der Schadstoffgehalte
    Die Korrosion des Bleischrotes hat erst begonnen, denn ein Grossteil des Schrotes liegt noch in körniger Form mit einer Oxidschicht überzogen vor. Nur ein kleiner
    Teil des Bleis ist bereits in die Deckschichten eingedrungen bzw. hat die
    Deckschichten durchdrungen und wurde ins Grundwasser eingetragen. Auch die
    Wurfscheiben oder Wurfscheibenfragmente sind noch häufig von der Form her
    weitgehend intakt. Dass sie sich aber auch zersetzen, darauf deuten die PAKGehalte
    im Grundwasser bei KB9 hin (vgl. Kapitel 7.6 und 7.7.1). Es ist daher
    damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten sich das
    Bleischrot wie auch die Wurfscheiben immer stärker zersetzen und die Schadstoffe
    für die Schutzgüter Boden und Grundwasser immer besser verfügbar werden. Dies bedeutet, dass die heute im Grundwasser feststellbaren Schadstoffgehalte erst als der Anfang einer „Schadstoffwelle“ im Grundwasser zu betrachten sind und dass,
    zu erwarten ist, dass diese im Laufe der Zeit noch zunehmen werden.

    Der Kanton Zürich weiss seit 2009 dass die Anlage altlastenrechtlich saniert werden muss. Bis heute wird weiter geschossen und alle schauen zu!

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