© hehaden [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Schadensbilanz Wolf im Wallis                    

  • Cécile Villiger
  • 6

Seit Anfang Jahr wurden im Kanton Wallis neun Wölfe, darunter mindestens drei Jungtiere gezählt. Gleichzeitig wurden 187 Nutztiere gerissen. Die ergriffenen Herdenschutzmassnahmen auf den Heim- und Sömmerungsbetrieben haben zu einem verbesserten Schutz der Herdentiere beigetragen, meldet die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW).

Im Oberwallis wurden seit Beginn des Jahres knapp 150 Nutztiere (136 Schafe und 13 Ziegen) getötet. Zusätzlich wurden bei den Angriffen 22 Nutztiere verletzt und mussten gepflegt werden. Lediglich neun der Risse erfolgten während der Sömmerungszeit im Alpgebiet. Im Mittelwallis wurden im gleichen Zeitraum 38 Schafe gerissen. 14 dieser Risse erfolgten während der Sömmerungszeit auf den dortigen Alpen. Von den 187 getöteten Nutztieren wurden 34 Tiere in Situationen gerissen, die gemäss den vom Kanton gemachten Vorgaben als genügend geschützt gelten. Im Alpgebiet wurden zudem 14 Tiere auf nicht schützbaren Alpen gerissen. Der Schaden aller Risse beläuft sich auf eine Gesamtsumme von über 80‘000 Franken.

In der Augstbordregion hat sich im Verlaufe des Jahres ein Wolfsrudel gebildet. Aufgrund der momentan zur Verfügung stehenden Informationen geht die Dienststelle von mindestens drei Jungtieren aus. Insgesamt wurden 2016 im Wallis sechs Wölfe und ein Jungtier identifiziert. Dazu kommen noch zwei weitere Jungtiere in der Augstbordregion, die dort gesichtet aber noch nicht formell identifiziert worden sind.

In der Zeit vom 1. Juli bis zum 31. Oktober wurden in der Augstbordregion gemäss dem Bericht der zuständigen Fachbehörde der Landwirtschaft 17 Nutztiere in geschützten Situationen gerissen.
Die Voraussetzungen für einen Regulationsantrag beim BAFU sind somit erfüllt. Ein solcher Antrag ist möglich, wenn innert einer Frist von vier Monaten mindestens 15 Nutztiere im Streifgebiet eines Wolfrudels, das sich fortgepflanzt hat, und in geschützten Situationen gerissen wurden. Der Kanton benötigt die Zustimmung des BAFU für eine Wolfsregulation.

Die ergriffenen Herdenschutzmassnahmen der Dienststelle für Landwirtschaft haben zu einem verbesserten Schutz der Herdentiere beigetragen. Betreffend Herdenschutz hat die Dienststelle für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit der mandatierten Herdenschutz GmbH angepasstes Zaunmaterial (150 Weidezaunnetze) angeboten und vertrieben. Die technische Beratung umfasste die Hilfestellung vor Ort und die lösungsorientierte Einführung von zumutbaren mittel- & längerfristigen Massnahmen auf den jeweiligen Landwirtschafts- und Alpbetrieben. Diese Massnahmen umfassen Zaunmaterial, Weideführung, Herdenschutzhunde und den mobilen Herdenschutz mit Herdenschutzhunden. Die Herdenschutzmassnahmen werden weiter ausgearbeitet und mit den neuen technischen Richtlinien der Agridea (landwirtschaftliche Beratungszentrale) vom Herbst 2016 angepasst.

6 Kommentare

  • Markus Bamert

    Auch mich würde ein Vergleich zu den Todesfällen, die durch Krankheiten und Abstürze bedingt sind, sehr interessieren.

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    • Cécile Villiger

      @ Stefan Keller und Markus Bamert
      Ja, das würde mich auch interessieren. Darum habe ich bei der Dienststelle für Landwirtschaft Wallis nachgefragt und warte auf eine Antwort.

    • Cécile Villiger

      Leider führt die Dienstelle für Landwirtschaft Wallis keine Statistik zu Todesfällen durch Krankheit bei Schafen und anderen Nutztieren…

  • Brigitte Mendelin

    Sind es auch alles bestätigte Wolfsrisse? Wildernde Hunde also ausgeschlossen?

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    • Cécile Villiger

      Bei den erwähnten Rissen handelt es sich um bestätigte Risse, welche alle von Berufswildhütern kontrolliert und eingeschätzt wurden. Unsichere Risse wurde bei der Schadensbilanz nicht aufgenommen. Es handelt sich jedoch lediglich um 3-5 Fälle.

  • Stefan Keller

    Existiert auch eine Statistik zu Todesfällen, die durch Krankheiten, Abstürze u.a. bedingt sind?
    Ein Vergleich wäre interessant.

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