Sreenath Bolisetty und ETH-Professor Raffaele Mezzenga (l.) begutachten eine Probe ihrer Filtermembran. | © Mezzenga Lab / ETH Zürich
Sreenath Bolisetty und ETH-Professor Raffaele Mezzenga (l.) begutachten eine Probe ihrer Filtermembran. | © Mezzenga Lab / ETH Zürich

Sauberes Trinkwasser für alle dank neuer Filtermembran?

  • Mélanie Guillebeau
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Das ETH-Spin-off BluAct Technologies hat eine Membran entwickelt, die Schwermetalle und weitere Schadstoffe, wie Arsen, aus kontaminiertem Wasser filtriert. Die Technologie kann unter anderem in Gebieten ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser in entsprechenden Filterflaschen verwendet werden.

Schwermetalle, radioaktive Abfallstoffe, giftige Substanzen oder Bakterien: All diese unerwünschten Substanzen können mit einer neuartigen, drei Millimeter dünnen Membran effizient aus dem Wasser gefiltert werden. Die schlauen Köpfe hinter dieser innovativen Erfindung sind der ETH Professor Raffaele Mezzenga und sein Oberassistent Sreenath Bolisetty.

Einfache Struktur, grosse Wirkung

Die Struktur der Filtermembran ist dabei erstaunlich einfach. Es handelt sich um eine Mischung von denaturierten Molkeproteinen und Kohle, die auf ein Filterpapier aufgetragen wird. Das Einsatzgebiet der einzigartigen Membran ist aber äusserst umfassend: Kontaminierte Abwasser aus Minen können von Schwermetallen befreit werden; ebenso kann radioaktiv verseuchtes Wasser dekontaminiert werden; oder Arsen aus dem Trinkwasser filtriert werden. Entsprechend dem grossen Anwendungsgebiet ist auch die Nachfrage nach dem Produkt, woraufhin die zwei Entwickler das ETH-Spin-off BluAct Technologies gegründet haben.

„Wir arbeiten sehr hart daran, damit wir mit unserer Technologie möglichst viele Bereiche der Wasseraufbereitung abdecken können“, betont Sreenath Bolisetty, Erfinder und Mitbegründer von BluAct Technologies.

Sauberes Trinkwasser für alle

Ein Projekt, das Mezzenga „besonders am Herzen liegt“, ist der Vertrieb von Trinkwasser-Filterflaschen in Asien, Afrika und Lateinamerika. Dort soll die Filter-Technologie an Menschen gelangen, die keinen Anschluss an sauberes Trinkwasser haben. So ist in Indien bereits der Bau einer Produktionsstätte geplant.

In der guatemaltekischen Region des Atitlán-Sees besteht bereits eine Zusammenarbeit mit lokalen Universitäten, um die Filtermembran kostengünstig an die Bevölkerung verteilen können. Aufgrund des vulkanischen Ursprungs fällt der Arsengehalt im dortigen Trinkwasser bis zu acht Mal höher aus als der von der WHO empfohlene Grenzwert. Die Folge ist ein gehäuftes Vorkommen von schleichenden Arsenvergiftungen.

100’000 Liter Wasser pro Stunde filtriert

Den Dimensionen der Filtermembran sind von klein bis gross kaum Grenzen gesetzt: Die Herstellung von fünflieber-grossen Hausfiltern bis hin zu einem Quadratmeter grossen Industrie-Filtern liegt im Bereich des Möglichen. Ausserdem kann die Filtrierkraft mehrerer Membranen kombiniert werden, wodurch eine Anlage in einer Stunde bis zu 100’000 Liter Wasser filtrieren kann.

Weitere Informationen finden Sie in der offiziellen Medienmitteilung der ETH Zürich.

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