Palmöl, Palmölplantage, Regenwald, Java, Indonesien

Salamitaktik im Kamerunischen Regenwald

  • Nora Kieselbach
  • -

Die kamerunische NGO „Struggle to Economize Future Environment“ (SEFE) und der SAVE Wildlife Conservation Fund haben den „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO)“ in dieser Woche scharf kritisiert. Der Vorwurf: Der RSPO komme seiner Verpflichtung nicht nach, seine festgelegten Nachhaltigkeitskriterien von den Mitgliedern einzufordern, wie SAVE in einem Communiqué mitteilt.

Der Hintergrund: Die amerikanische Firma Herakles Farms NY/USA  plant im Südwesten Kameruns eine riesige Palmölplantage, wodurch 70’000 Hektar eines höchst artenreichen Regenwaldes zerstört werden würde, der einen wichtigen biologischen Korridor zwischen zwei Nationalparks bildet. Internationale Regenwaldexperten haben diese Pläne bereits in einem Protestbrief an Herakles kritisiert und den sofortigen Rodungsstopp gefordert.

Der RSPO hat in den vergangenen Wochen offizielle Beschwerden von insgesamt neun NGOs und internationalen Experten gegen Herakles  erhalten; darunter auch von SAVE und dem WWF. Die Forderung: Der RSPO solle sich gegen die Plantage auszusprechen – was jedoch nicht passierte. Stattdessen sucht der  RSPO nun gemeinsam mit Herakles nach einem Weg, das Projekt doch in kleinen Schritten umzusetzen.

Gegen Herakles Farms liegen neben der Regenwaldzerstörung zahlreiche weitere Vorwürfe vor: mangelhafte Umweltverträglichkeits- und Sozialverträglichkeitsstudien, Verletzung von Menschenrechten, Landraub, sowie Nichteinhaltung von kamerunischen Gesetzen bezüglich der Landrechte – obwohl die beschuldigte Herakles Farms selbst am der Nachhaltigkeit verschriebenen RSPO teilnimmt! Gemäss der RSPO-Richtlinien darf jedoch kein Mitglied Ölpalmplantagen in einem Gebiet mit hohem naturschützerischem Wert errichten. Der Besitzer der Plantage und ihre kamerunischen Tochterunternehmen behaupten hingegen, die betreffenden Wälder seien durch die landwirtschaftliche Nutzung bereits „degradiert“; Wissenschaftler sprechen jedoch bei einem grossen Teil der betroffenen Gebiete von unberührten, d.h. primären Wäldern.

Die Kamerunische NGO SEFE kritisiert weiter, dass mit der Plantage Menschen- und Landrechte missachtet werden. Die betroffenen Grundeigentümer hätten niemals die Chance gehabt, für oder gegen die Plantage zu stimmen. Dabei stellen sich hier viele Gemeinden gegen die Pläne: Sie protestieren, versuchen, die Arbeiten zu blockieren, wurden aber sofort mit Haftandrohung eingeschüchtert. Derzeit führt SAVE eine Unterschriftensammlung bei der lokalen Bevölkerung in Kamerun durch; das Ergebnis soll bald veröffentlicht werden.

Weitere Informationen

Mehr zum Thema Urwald-Rodung für Palmöl in Kamerun

SAVE Conservation Wildlife Fund
RSPO

Bild: Achmad Rabin Taim [CC-BY-2.0] via Wikimedia Commons

Beitrag kommentieren