Jagd und Naturschutz am runden Tisch

  • Monika Jung
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Capreolus_capreolus_(Marek_Szczepanek)Am 25. November fand die Pro Natura Tagung «Wildtiermanagement in der Schweiz – zwischen Schutz und Regulierung» unter dem Patronat des Jäger-Dachverbandes JagdSchweiz in Olten statt. Kontrovers wurde unter anderem über die Zukunft der Jagd und den Schutz gefährdeter Arten debattiert. Die Tagung lieferte ein konkretes Resultat: Beide Interessensverbände wollen einen regelmässigen Dialog institutionalisieren.

An der Tagung von Pro Natura, für die JagdSchweiz im Zeichen des Dialogs das Patronat übernommen hatte, ging es darum, sich über die Fronten hinweg auszutauschen und nach gemeinsamen Nennern zu suchen. Für JagdSchweiz geht es um einen ganzheitlichen Schutz der Lebensräume. «Der Druck auf das Wild wird immer grösser – nicht allein durch neu einwandernde Grossräuber. Die Freizeitgesellschaft, der Verkehr und der wachsende Siedlungsdruck verdrängen das Wild in immer höhere Gefilde. Wildtiermanagement muss daher eine ausgewogene Gesamtbetrachtung aller Faktoren sein», sagt Hanspeter Egli, JagdSchweiz-Präsident. Hier sieht auch Rico Kessler, Pro Natura Geschäftsleitungsmitglied, Gemeinsamkeiten: «Insbesondere in der Landwirtschafts-, Wald- oder Raumplanungspolitik gleichen sich die Interessen auffallend. Nicht alle Reibungsflächen zwischen Jagd und Naturschutz lassen sich von heute auf morgen aus dem Weg räumen, doch bringt es allen mehr, sich auf die gemeinsamen Interessen zu konzentrieren.»

Auch wenn nicht in allen Fragen an der Tagung «Wildtiermanagement in der Schweiz» Konsens herrschte, so stand der Wille zum Dialog im Zentrum. Pro Natura und JagdSchweiz haben sich bereit erklärt, sich als ein Resultat dieser Tagung künftig in regelmässigen Abständen zusammenzusetzen, um althergebrachte Fronten beim Wildtiermanagement zu diskutieren. Otto Sieber, Pro Natura Zentralsekretär, sieht Jäger und Naturschützer auch als Partner mit einem wichtigen gemeinsamen Ziel: den Schutz der Lebensräume aller Wildtiere. «Siedlungsentwicklung, Direktzahlungssystem in der Landwirtschaft oder die Biodiversitätsstrategie. Dies sind drei grosse und wichtige Felder, für partnerschaftliche Aktivitäten.»

Pro Natura

Bild: Marek Szczepanek

1 Kommentar

  • Jack Melkonian

    Ich lebe oberhalb on Montreux, 730 m und bin von Wald umgeben. Seit Jahren beobachte ich ein Eichhoernchen und moechte gerne die Bevoelkerung erweitern, indem ich Jungtiere aussetze. Suche Ratschlaege.

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