© David and Dorothy Jenkins [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Rückschlag für den Vogelschutz auf Malta

  • Kathrin Ruprecht
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Am Samstag haben die Malteser über die Zukunft der Frühlingsjagd auf Turteltauben und Wachteln entschieden. Mit 50,4 Prozent hat sich die Bevölkerung für die Fortsetzung der Tradition ausgesprochen. Ein ausserordentlich knapper Sieg der Jagdbefürworter und ein harter Rückschlag für die Vogelschützer.

Die Debatte über die Frühlingsjagd bewegt die Mittelmeerinsel schon seit Jahren. Die Befürworter sehen in der Jagd eine Tradition auf die ein Anrecht besteht und eine Einnahmequelle. Die Gegner kritisieren den Abschuss der Vögel vor der Fortpflanzung, das häufige Überschreiten der zulässigen Quoten und den häufigen „Beifang“ von geschützten Arten.

Die Vogeljagd im Frühling ist in allen EU-Mitgliedstaaten verboten – bis auf Malta. Mit dem EU-Beitritt 2004, und nach zähen Verhandlungen mit Birdlife International und seien Partnern, hat sich der Staat aber verpflichtet, dass ab 2009 alle Jagdregelungen im Einklang mit den EU-Vogelschutzrichtlinien stehen müssen. Trotzdem erhält Malta immer wieder eine Sonderbewilligung für seine Frühlingsjagd.

Die Jagd auf Zugvögel wie sie in Malta stattfindet, steht im direkten Widerspruch zu den EU-Vogelschutzrichtlinien. Die Jagd im Frühling schwächen die Vogelpopulationen stark. Oft werden während dieser Jagd, die nur auf Wachteln und Turteltauben erlaubt ist, auch andere Arten geschossen. Vor allem Greifvögel, Störche und Schwalben werden häufig illegal gejagt.

Das Komitee gegen den Vogelmord wird trotz der Schlappe seine jährlichen Vogelschutzcamps durchführen. Oder jetzt erst recht! Denn der Premierminister von Malta hat versprochen, im Falle von schweren Jagdvergehen die Frühlingsjagd abzubrechen. „Mit Videokameras und Ferngläsern ausgerüstet sind wir wieder täglich auf unseren Posten, schützen die Vögel so gut es geht und dokumentieren Fälle von Wilderei“, schreibt das Komitee gegen Vogelmord.

1 Kommentar

  • christine Dobler Gross

    Von wem erhält Malta diese Sonderbewilligung innerhalb der EU zum Jagen der Vögel, die uns allen nicht gehören?
    Super, dass die Vogelschutzcamps weiterhin durchgeführt werden.
    Die Reisebüros sollten Reisen nach Malta boykottieren, das wäre ein starkes Signal.

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