@ WWF Schweiz Michel Roggo
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Rückkehr des Atlantischen Lachs in die Schweiz unterstütz

  • Kathrin Ruprecht
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Der Lachs soll wieder in der Schweiz einheimisch werden. Dieses Ziel besteht schon seit einigen Jahren aber es braucht dazu die Zusammenarbeit der drei Länder Frankreich, Deutschland und Schweiz. Nur mit durchgehend passierbaren Flüssen für die Lachse, kann die Rückkehr gesichert werden. Ein weiterer Schritt war das Lachs-Symposium von letztem Wochenende.

Der Atlantische Lachs war bis vor rund 60 Jahren ein einheimisches Tier in der Schweiz. Jedes Jahr kamen sie um an den Fluss Oberläufen zu laichen. Danach ging es zurück ins Meer – wenigstens für die, die noch genug fit waren nach der langen Wanderung. Aus dem Laich schlüpften nach etwa 40 Tagen die Larven, die circa 5 Jahre im Geburtsfluss verblieben bevor sie ins Meer wandern.

Diese Wanderungen wurden in vielen Flüssen durch Verbauungen, wie Kraftwerke, verhindert und somit die Fortpflanzung der  Lachse und deren Einwanderung in die Schweiz reduziert. Das Bundesamt für Umwelt und die Kantone Basel-Stadt, Basel-Land und Aargau haben aber seit einigen Jahren, zusammen mit Fischereiverbänden, einiges Unternommen um die Rückkehr der Lachse in der Schweiz zu fördern. So konnten, 2012 auf der Fischtreppe bei Rheinfelden, wieder Lachse beobachtet werden.

Mit dem Projekt „Lachs Comeback“ unterstütz der WWF zusätzlich die Bemühungen der Kantone und des Bundes. Mit einer Petition forderte er, zusammen mit zwanzig Partnerorganisationen, Frankreich zum handeln auf. Sie wurde mit rund 12’000 Unterschriften im Oktober 2013 dem französischen Wasserdirektor überreicht. Dieser gab das Versprechen, den Weg für die Lachse von der Nordsee bis nach Basel bis 2020 wieder freizumachen.

Mit dem Lachs-Symposium von letztem Wochenende, organisiert vom Kantonalen Fischerei-Verband Basel-Stadt, soll ein weiterer Schritt für Rückkehr des Lachs getan werden. Am Symposium an dem Deutschland, Frankreich und die Schweiz beteiligt sind, sollen Ideen und Erfahrung ausgetauscht werden. Kurt Bischof vom Schweizerischen Fischerei Verband fasst das die Ergebnisse der Veranstaltung in ihrem Newsletter zusammen:

Aufstieg soll bis 2020 realisiert sein

Am ersten triregionalen Lachssymposium, organisiert vom Kantonalen Fischerei-Verband Basel-Stadt, nannten Fachleute aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz übereinstimmend die Gründe für das Aussterben. Das Hauptproblem im Rhein sind die Wanderhindernisse in Form von Kraftwerken, die Lachse nicht überwinden können. Dadurch werden die Lachse von ihren Laichgebieten in den Flussoberläufen abgeschnitten. Die intensiven Bemühungen der letzten Jahre sind Anlass zur Hoffnung. Die Kraftwerkbetreiber auf französischem Gebiet sind bereit, die Fischaufstiege in ihren Anlagen bis zum Jahr 2020 herzustellen – allerdings teilweise vorläufig nur mittels Schiffstransporten.

Schweiz initiiert Europäische Lachs-Allianz

Bis zu diesem Ziel ist noch viel zu tun. Deshalb hat der Schweizerische Fischerei-Verband den Atlantischen Lachs zum Fisch des Jahres 2015 gewählt und will eine Europäische Allianz für den Lachs aufbauen. Dazu der Biologe Samuel Gründler vom Schweizerischen Fischerei-Verband: «Trotz grossen Anstrengungen sind die Wildlachsbestände akut bedroht und schrumpfen.» Für einen nachhaltigen Schutz auf europäischer Ebene müssten die Kräfte gebündelt werden. «Nur durch ein gemeinsam koordiniertes Vorgehen kann der Lachs gerettet werden.» Eine noch in diesem Jahr zu gründende Europäische Lachs-Allianz hätte nach den Vorstellungen des Schweizerische Fischereiverbandes fünf zentrale Aufgaben:

– Die Netzfischerei stoppen
– Verbindliche Auflagen für Aquakulturen erlassen
– Die Wanderkorridore wieder herstellen
– Politisches Lobbying in der EU und in den einzelnen Ländern
– Öffentlichkeitsarbeit über die Bedrohung des Lachses

Diese Massnahmen können nur durch ein koordiniertes europäisches Lobbying erreicht werden. «Die Schweiz ist als neutrales Land prädestiniert, in dieser Europäischen Allianz eine Koordinationsrolle zu übernehmen«, erklärt Roland Seiler als Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbandes anlässlich des Lachs-Symposiums in Basel.

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