Rückgang der Bienen

  • Nora Zoller
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bieneErstmals liegt auf EU-Ebene ein Überblick zum Problem des Bienenrückgangs vor. Da auch andere Bestäuber wie Wildbienen und Schwebfliegen im Rückgang begriffen sind, bestehe eine potentielle Gefahr für Bestäuberdienstleistungen, von denen viele Feldfrüchte abhängig sind, so der internationale Bienenforschungsverband IBRA.

In einer von IBRA veröffentlichten Studie werteten Forscher verfügbare Daten aus nationalen Imkermagazinen und staatlichen Berichten aus, um die Gesamtzahl der Bienenkolonien und Imker zu berechnen. Die Zusammenstellung  gibt einen ersten Überblick über die Situation in Europa. Während in Europa und den USA die Zahl der Bienenvölker gesunken ist, ist sie einem Bericht der Welternährungsorganisation FAO von 2009 zufolge weltweit gesehen in den letzten 50 Jahren um rund 45 Prozent angestiegen.

Der Auswertung zufolge geht die Zahl der Bienenvölker in Mittel- und Westeuropa bereits seit 1965 zurück. Ausserdem nahm in allen untersuchten Ländern die Zahl der Imker ab. Die Ursache dafür vermuten die Wissenschaftler in den sozialen und ökonomischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte. Gestiegene Einkommen hätten der Landbevölkerung andere Zuckerprodukte erschwinglich gemacht, der zunehmende Anteil an Maschinen habe den Wegzug in städtische Regionen beschleunigt und damit habe die Imkerei als Hobby an Attraktivität verloren. Zudem haben wohl auch die Kosten und der Aufwand zur Bekämpfung von Bienenseuchen und der Varroa-Milbe weiter dazu beigetragen, die Attraktivität dieses Hobbies zu verringern.

Mit der Untersuchung sei das Rätsel des Bienenrückgangs aber keineswegs gelöst, betonen die Wissenschaftler, die lediglich ein weiteres Teil zum Puzzle hinzufügen konnten. Auch müssten die Daten wegen der sehr unterschiedlichen Zählweise in den einzelnen Ländern vorsichtig interpretiert werden. Durch die beschränkte Aussagekraft sei es nicht möglich, die tatsächlichen Treibkräfte für den Bienenrückgang in Europa zu identifizieren oder die Trends komplett zu erfassen.

Informationsdienst Wissenschaft (idw)

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