Der Toggenburger Hirschstier ID053 im September 2015 auf einem Brunftplatz im Werdenberg. © Markus P. Stähli
Der Toggenburger Hirschstier ID053 im September 2015 auf einem Brunftplatz im Werdenberg. © Markus P. Stähli

Rothirsche in der Ostschweiz                     

  • Redaktion Naturschutz
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Erstmals wurde ein interkantonales Forschungsprojekt zum Thema Rothirsch durchgeführt. Der Abschlussbericht des Projekts in der Ostschweiz der Jahre 2014–2017 informiert über spannende Fragen dieses Grosswilds. Im Rahmen der Forschung wurden mehrere Tiere lebend gefangen und mit Sendern bestückt.

Artikel aus CH-Wildinfo 4/2018.

Der Rothirsch ist in der Ostschweiz auf dem Vormarsch. Im Gleichschritt entwickeln sich auch die bekannten Diskussionen und Konfliktfelder im Wald und in der Landwirtschaft. Rothirsche sind grossräumig unterwegs und kümmern sich nicht um politische Grenzen. Entsprechend ist im Umgang mit dieser Tierart grossräumiges Denken und Handeln gefragt. Das überkantonale Forschungsprojekt in den Kantonen St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden lieferte die Grundlagen dafür, die in einer Broschüre in kompakter Form präsentiert werden.

Offene Fragen zum Rothirschbestand

Steigende Rothirschbestände und langjährige Wald- Wild-Diskussionen prägten in Teilen der Ostschweiz und insbesondere in der Region Werdenberg vielfach den Umgang mit dem Rothirsch. Das von den Kantonen St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden gemeinsam mit der ZHAW und dem BAFU initiierte Rothirschprojekt Ostschweiz zielte deshalb auf die folgenden Hauptfragen ab: Wo liegen die jahres- und tageszeitlich bevorzugten Einstände der Rothirsche und wie hängen diese zusammen? Welche Nahrungsquellen nutzen die Rothirsche und wie wirkt sich die aufgenommene Nahrung auf den Stoffwechsel aus? Welchen Einfluss haben menschliche Aktivitäten auf die Raumnutzung und das Verhalten der Rothirsche?

Den Hirschen nachts einen Sender verpasst

Wenn detaillierte Informationen über zeitweise versteckt und frei lebende Wildtiere gefragt sind, kommt heute oft die Methode der GPS-Telemetrie zum Einsatz. Hierfür müssen die Tiere eingefangen werden. In unzähligen Nachtaktionen und mit grossem Einsatz der kantonalen Wildhut, freiwilliger Helfer und der Forscher der ZHAW Wädenswil gelang es, eine repräsentative Anzahl von 45 Rothirschen mit Telemetrie-Halsbändern auszustatten und 24 weitere Individuen mit Ohrmarken zu kennzeichnen. Vor allem die besenderten (mit Sendern versehene) Rothirsche lieferten mit total rund 450’000 GPS-Positionen die nötige Datengrundlage, um die individuellen Winter- und Sommereinstände zu berechnen und allfällige überregionale Wanderungen der Rothirsche aufzuzeigen.

Weitere Informationen finden Sie im Abschlussbericht des Projekts.

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