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Rohöl-Rückstände schädigen Fischherzen

  • Sophie Ryser
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Vor knapp vier Jahren explodierte die Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko, was zu einer der schwersten Umweltkatastrophen der Geschichte führte. Wochenlang trat Rohöl aus und floss ins Meer, grosse Gebiete wurden verseucht. Nun zeigt sich, dass das Öl auch nachträglich noch grosse Schäden anrichtet. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Katastrophe bei Fischen zu schweren Herzschäden geführt hat.

Wie spiegel.de berichtet, wurde die Studie im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht. Darin steht, dass besonders die sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) aus dem Öl gefährlich sind. Diese sind krebserregend und können dem Erbgut schaden. Nun zeigt sich, dass zudem direkt das Herz geschädigt werden kann. Denn die PAK beeinträchtigen Kaliumkanäle in Zellmembranen, was dazu führt, dass das Herz nach einem Schlag länger braucht, um wieder aktiv zu werden. Dies führt zu einer Verlangsamung des Herzschlags und einem gestörten Herzrhythmus. Schliesslich kann das Herz ganz stehen bleiben.

Wie spiegel.de schreibt, können laut den Autoren der Studie die PAK noch viele Jahre im Meer verbleiben. Zudem ist der Prozess, wie das Herz schlägt, bei allen Wirbeltieren gleich. Er beruht auf der Fähigkeit der Zellen, Kalium und Kalzium schnell aufzunehmen und wieder abzugeben. Die Substanzen könnten also für weit mehr Tiere als nur für Fische schädlich sein, den Mensch eingeschlossen. Die Ölkatastrophe hatte somit nicht nur direkte Folgen für die Natur durch die Verschmutzung des Wassers und der Küste, auch auf weitere Sicht werden wir deren Auswirkungen noch zu spüren bekommen.

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Bild: Petty Officer 3rd Class Patrick Kelley DVIDSHUB [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

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