© European Roads [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Röhrenbefürworter gegen mehr Sicherheit im Gotthard

  • Kathrin Ruprecht
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Der Ständerat hat gestern die Motion «Sicherheit im Gotthard- Strassentunnel» von Géraldine Savary abgelehnt. Die Waadtländer Politikerin hatte mit ihrem Vorstoss einfache Massnahmen gefordert, um die Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel bereits heute weiter zu erhöhen und nicht erst 2030. Doch ihre Motion wurde ausgerechnet von jenen Standesvertretern abgelehnt, welche eine 2. Röhre am Gotthard befürworten und das gerne mit einem Gewinn an Sicherheit begründen.

Géraldine Savary forderte kurzfristig umsetzbare Massnahmen wie die Reduktion des Tempolimits auf 60 km/h und ein Thermoportal auf der Nordseite des Tunnels – auf der Südseite wurde vor gut zwei Jahren ein solches Portal in Betrieb genommen. Diese Portale können erkennen, wenn ein Lastwagen überhitzt in den Tunnel einfahren will, schreibt der Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» und der VCS.

Schon heute ist der Gotthardtunnel laut Bundesrat einer der sichersten Abschnitte des Nationalstrassennetzes. Dass man die Sicherheit im Gotthard-Tunnel sofort noch etwas erhöhen könnte, steht offenbar weder für den Bundesrat noch für den Ständerat zur Debatte. «Man will lieber 3 Milliarden für einen neuen Tunnel ausgeben als sofort wirkungsvolle und günstige Massnahmen umzusetzen», sagt Caroline Beglinger, Co-Präsidentin des Vereins «Nein zur 2. Gotthardröhre»: «Da es nicht um Sicherheit geht, worum geht es dann?»

Eine 2. Röhre würde mehr Verkehr und mehr Transitlastwagen anziehen. Das wäre katastrophal für die Sicherheit. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu hat die Auswirkungen einer 2. Röhre auf die Verkehrssicherheit untersucht. Sie kam zum Schluss: Bereits ein Mehrverkehr von 3 Prozent würde den durch die 2. Röhre erzielten Sicherheitsgewinn aufheben und die Gefahr für Unfälle auf der gesamten Nord-Süd-Achse von Basel bis Chiasso erhöhen.

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