Rodung für Zollfreistrasse abgeschlossen

  • Redaktion Naturschutz
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Gestern war für den Naturschutz ein schwarzer Tag: Nachdem die Polizei das Gebiet an der Wiese bei Riehen, auf dem die umstrittene Zollfreistrasse gebaut werden soll, abgesperrt und die demonstrierenden Naturschützer weggeschickt oder weggetragen hatte, fiel kurz nach 13 Uhr der erste Baum. Viele anwesenden Naturschützer zeigten sich resigniert. Rund 30 Aktivisten hatten sich an Bäume angekettet, drei harrten in Baumhütten aus.
Kurz nach dem Fällen des ersten Baums läuteten in Riehen die Glocken. Die Presse wurde vom Ort des Geschehens ausgeschlossen, was Nationalrätin Maya Graf auf telebasel öffentlich kritisierte. Auch Nationalrat Remo Gysin äusserte sich auf telebasel: „Die Exekutive tut so, als könne es einen Rechtsstaat geben ohne Gerichte, ohne Parlament – und ohne Volk“.

Alle 120 Bäume wurden nun gefällt, obwohl noch mehrere Verfahren hängig sind. So wartet der Basler Grossrat bis heute auf geologische Abklärungen von deutscher Seite, die ihm einst zugesagt worden waren. Und die Wieseinitiative kommt nächsten Sonntag zur Abstimmung. „Wir brauchen eine andere Generation von Politikern, die Verantwortung für die Natur übernehmen und sie nicht ständig herumschieben“, kommentierte Martin Vosseler die Geschehnisse des gestrigen Tags.

Die Zollfreie ist noch nicht gebaut, der Widerstand geht weiter. Die Naturschützer treffen sich nun täglich in der Krypta der Leonhardskirche zur Meditation. Martin Vosseler wird im Lohnhof unbefristet fasten.

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RoZ

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