Corcovado Christus Rio de Janeiro

Rio+20: Gedanken zur Zukunft

  • Nora Kieselbach
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Die ökologischen Probleme der Erde können nur gelöst werden, wenn Armut nachhaltig reduziert wird: Das ist ein Fazit der gestrigen Podiumsdiskussion, die vom Centre for Development and Environment (CDE) der Universität Bern durchgeführt worden ist. Nur wenige Tage bevor sich in Rio de Janeiro rund 50‘000 Menschen treffen, um über „Die Zukunft, die wir wollen“ zu debattieren, haben Vertreter der Schweizer Rio+20 Delegation über die mögliche Rolle der Schweiz diskutiert.

„Man muss schnell handeln. Man muss sehr schnell handeln.“ Das waren 1992 am Weltgipfel in Rio die Worte des damaligen Bundesrates Flavio Cotti. 20 Jahre später sind die Mitglieder der Schweizer Rio+20 Delegation nur verhalten optimistisch im Hinblick auf die Resultate der Neuauflage der UN- Konferenz über Nachhaltige Entwicklung. Rio+20 sollte jedoch nicht alleine an den offiziellen Resultaten gemessen werden, sondern auch an den vielen Anregungen und Handlungen, die durch die Konferenz hervorgerufen werden.

Gemeinsam mit anderen Ländern fordert die Schweiz an der Rio+20 Konferenz die Einführung einer Green Economy Roadmap. Dieser Fahrplan sollte mit den nationalen Strategien für Nachhaltige Entwicklung und Armutsbekämpfung verknüpft sein.

Stimmen aus der Podiumsdiskussion:

„Energie ermöglicht den Zugang zu Informationstechnologien, genauso wie zu basalen Bedürfnissen etwa nach Licht für die abendlichen Hausaufgaben. Zeit, die momentan zum Sammeln von Feuerholz, Holen von Wasser und zum Kochen benötigt wird, könnte eingespart und für Bildung eingesetzt werden“

„Neben einer Verbesserung der Effizienz müssen sich auch Konsumgewohnheiten und Lebensweisen ändern“

„20 Jahre nach den inspirierenden Visionen und Aussagen von 1992 in Rio ist die Einbindung der drei Nachhaltigkeitsdimensionen (ökonomische, ökologische, soziale) noch immer in einem Anfangsstadium, und es sind noch beträchtliche Anstrengungen nötig – konzeptionell und in der Umsetzung –, um die Vision der Nachhaltigkeit zur Geltung zu bringen“

„Die zentralen Fragen sind: Wie können die Bedürfnisse von Entwicklungsländern mit der zunehmenden Knappheit natürlicher Ressourcen vereinbart werden? Wie können industrialisierte Länder wie die Schweiz ihren Ressourcenverbrauch auf ein nachhaltiges Niveau senken, und wie kann die Schweiz zu einer gerechten, nachhaltigen Verteilung von Ressourcen beitragen, damit eine gleichmässigere Verteilung des Wohlstandes ermöglicht werden kann?“

„Die Weltordnung hat sich geändert hat: Es ist nicht mehr länger nur der „Norden“, der die Agenda für Nachhaltige Entwicklung in den Entwicklungsländern dirigiert. Die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) haben eine viel mächtigere Stimme als vor 20 Jahren. Ihre Interessen fokussieren jedoch mehr auf das Erreichen der MDGs (Millenium-Entwicklungsziele) als auf Nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs), wie sie vom „Norden“ vorgeschlagen werden“

„Das Potential der Wissensgenerierung ist vermutlich die wichtigste Ressource der Entwicklungs- und Transitionsländer für eine selbstgestaltete Zukunft“

„Aus Sicht der Forschung und Wissenschaft muss bedauert werden, dass im Textentwurf für Rio+20 die zentrale Rolle der Wissensgenerierung und tertiären Bildung nicht erwähnt wird“

„Wissensgesellschaften sind kein Privileg der postindustriellen Gesellschaften“

„Ökologische Probleme können nur durch eine nachhaltige Armutsbekämpfung reduziert können“

„Es braucht Mut, Tabus zu brechen und wieder über Themen zu sprechen wie das Bevölkerungswachstum, über wirtschaftlich, sozial und ökologisch schädliche Subventionen oder etwa über die gerechte Verteilung natürlicher Ressourcen“

Weitere Informationen

Schweizer Plattform Rio+20
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA
Strategie Nachhaltige Entwicklung 2012-2015

Bild: Artyominc (Wikimedia Commons)

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