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Rio+20: ARE kritisiert die Schweiz

  • Redaktion Naturschutz
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Vom 20. bis 22. Juni findet in Rio de Janeiro die Konferenz der Vereinten Nationen über Nachhaltige Entwicklung statt. Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) nimmt diese Veranstaltung 20 Jahre nach dem denkwürdigen Erdgipfel von 1992 zum Anlass, im jüngsten Heft des «Forums Raumentwicklung» das bisher Erreichte zu bilanzieren und die Herausforderungen zu skizzieren.

20 Jahre ist es her, seit sich an der UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro die Staatengemeinschaft dazu verpflichtete, die Nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Nun findet vom 20. bis 22. Juni in der gleichen Stadt die Nachfolgekonferenz Rio+20 statt. Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) widmet der globalen Veranstaltung die aktuelle Ausgabe seiner Zeitschrift «Forum Raumentwicklung». Darin ziehen Experten Bilanz über die bisherigen Erfolge – in der Schweiz und weltweit. Sie zeigen aber auch auf, in welchen Bereichen künftig die Handlungsprioritäten liegen und skizzieren mögliche Lösungswege.

„Dabei wird deutlich, dass die internationalen Beschlüsse der Konferenz von 1992 wie Agenda 21, Klimakonvention und Biodiversitätskonvention ihre Wirkung nur entfalten können, wenn sie deutlich energischer umgesetzt werden“, schreibt das ARE in einer Medienmitteilung. Und es kritisiert auch die Schweiz: „Auch für die Schweiz gilt es, ihre Volkswirtschaft entschlossener in Richtung einer «grünen Wirtschaft» umzubauen.“

Nebst der Wende hin zu einer grünen Wirtschaft steht an der Rio+20-Konferenz die Gouvernanz im Fokus – also die institutionellen Rahmenbedingungen für eine Nachhaltige Entwicklung. Mit der «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2012-2015» geht der Bundesrat diese institutionelle Herausforderung aktiv an, indem er Leitplanken für die Massnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden vorgibt und die Anstrengungen bündelt.

„Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Gouvernanz in Bundesstellen und Kantonen, die im Heft aufgezeigt wird, liegt im Einrichten von Nachhaltigkeitsdelegierten oder -fachstellen“, so das ARE. „Dies erleichtert den Einsatz von Tools wie Nachhaltigkeitsbeurteilung und -monitoring. Zudem bewirkt eine solche Institutionalisierung, dass Nachhaltigkeitspostulate in den Sachpolitiken wirkungsvoller verankert werden.“

Ein Instrument, um die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitspolitik zu messen, ist das Monitoring der Nachhaltigen Entwicklung der Schweiz (MONET). Dieses Indikatorensystem erfasst die in unserem Land seit dem Erdgipfel von 1992 in Rio de Janeiro erzielten Veränderungen. MONET zeigt beispielsweise, dass der Güterverkehr stärker wächst als die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und dass die Ungleichheit im Zugang zu Bildung und Einkommen seit Jahren nicht abnimmt.

In der ARE-Zeitschrift erklärt zudem Mathis Wackernagel, warum das heutige Wirtschaften nicht zukunftstauglich ist. Dem Entwickler des ökologischen Fussabdrucks zufolge zerstören die ökologischen Defizite nicht nur unsere Lebensgrundlagen, sondern führen auch zu einem immer grösseren Wirtschaftsrisiko. „Die Schweiz etwa beansprucht viermal so viel Biokapazität, wie auf ihrer Landesfläche zur Verfügung steht. Entsprechend muss sie den nicht gedeckten Bedarf importieren.“ Diese Strategie sei riskant, warnt Wackernagel, umso mehr, als der internationale Wettbewerb um Ressourcen zunehme. Wackernagel sagt voraus, dass die Energiewende kommt, ob man sie will oder nicht: «Die Frage ist, wie hoch die Kosten ausfallen und wer sie tragen muss.»

Bundesamt für Raumentwicklung (ARE)

Bild: Volker Röös/pixelio.de

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