© SVS/BirdLife Schweiz
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Revision der Wasser- und Zugvogelreservats-Verordnung zurückgewiesen

  • Roman Vonwil
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Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Pro Natura und der WWF Schweiz protestieren gegen die vorgesehene massive Abschwächung des Schutzes der Wasser- und Zugvogelreservate durch den Bund. Sie fordern deshalb den Bundesrat auf, die neuste Revision der entsprechenden Verordnung WZVV ganz zu stoppen und so Platz zu machen für eine Schutzordnung, die die wichtigen Rückzugsgebiete für Wasser- und Zugvögel tatsächlich schützt.

Sollen in Zukunft in den Wasser- und Zugvogelreservaten Vögel abgeschossen werden? Genau dies ist in der geplanten Revision der Wasser- und Zugvogelreservats-Verordnung WZVV, die zur Zeit in der Vernehmlassungsphase ist, vorgesehen. Bereits bei einer Teilrevision der WZVV im Jahr 2009 wurde die Möglichkeit einer Regulation der Wasservogelbestände bei Nutzungskonflikten eingeräumt. Der Bundesrat räumte jedoch damals ein, dass die Regulation durch Abschüsse weiterhin nicht gestattet sei. Die erneute Revision schliesst nun die Möglichkeit einen Abschuss nicht mehr aus, dieser sollte aber auf jagdbare Arten beschränkt sein. Doch erstens ist von den über zwei Dutzend Entenarten, die in den Wasservogelreservaten vor Jagd und Störungen geschützt werden sollen, über die Hälfte in der Schweiz jagdbar. Und zweitens verlangen Kantone bereits, auch Abschüsse geschützter Arten zuzulassen.

Des Weiteren sollen bei den national bedeutenden Reservaten neu die Kantone Abschuss- und andere Eingriffsbewilligungen geben können und nicht mehr der Bund. Dies würde dazu führen, dass es weit über ein Dutzend verschiedene Ausführungen der Bundesvorschriften für Schutzgebiete von nationaler Bedeutung gäbe. Bund und Kantone sollen zudem in den Schutzgebieten gegen Säugetiere und Vögel vorgehen könnten, ohne dass sie dies gegenüber der Öffentlichkeit begründen müssen, und ohne dass eine Überprüfung der Entscheide möglich ist. Damit werden laut den Naturschutz- und Umweltorganisationen Gepflogenheiten des demokratischen Rechtsstaats missachtet.

Unverständlich ist für die Naturschutz- und Umweltorganisationen auch das Ansinnen, dass in den Wasservogelreservaten künftig massiv gegen den Kormoran eingegriffen werden könnte. Denn erst kürzlich hat das Bundesverwaltungsgericht klar festgehalten, dass auch die grösste Kormorankolonie am Neuenburgersee für die Berufsfischerei keine untragbaren Schäden verursacht. Neue Studien des Bundesamts für Umwelt (BAFU) haben diesen Befund bestätigt. Die Fischereierträge haben sogar seit einem Vierteljahrhundert an jenen Seen zugenommen, an denen die meisten Kormorane brüten. Um trotzdem gegen den Kormoran vorgehen zu können, soll nun kurzerhand das heute geltende Kriterium von „untragbaren“ auf neu „übermässige“ Schäden heruntergestuft werden.

Für die Naturschutz- und Umweltverbände ist klar: Die geplante Revision würde den Schutz der Wasservogelreservate in ihrem Kern faktisch aushöhlen. Es droht eine massive Verschlechterung, wo eine deutliche Verbesserung nötig wäre. Denn seit dem Inkrafttreten der WZVV im Jahr 1991 wurde erst die Hälfte der Arbeit gemacht: Von den nach wissenschaftlichen Kriterien zu schützenden Wasservogelgebieten sind erst 20 unter der WZVV ganz geschützt und 13 teilweise, weitere 20 aber noch gar nicht.

Trotz der unhaltbaren Situation soll nun mit der jetzigen Revision kein einziges der noch fehlenden Gebiete als neues Reservat ausgeschieden werden. Drei Gebiete in den Kantonen St. Gallen und Tessin werden zwar erweitert, aber das mag die Verschlechterungen und das jegliche Fehlen neuer Schutzgebiete nicht aufzuwiegen.

Deshalb fordern der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Pro Natura und der WWF Schweiz den Bundesrat dringend auf, die geplante Revision der Wasser- und Zugvogelreservatsverordnung zu stoppen und eine neue Vorlage auszuarbeiten. Diese soll auf die oben erwähnten Bestimmungen, die für den Naturschutz in der Schweiz katastrophal wären, verzichten und dafür endlich das Netz der Wasser- und Zugvogelreservate vervollständigen.

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