Jagdverordnung schwächt Grossraubtierschutz

  • Dominique Haiden
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wolf geheul mondDas Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK hat am 18. April 2011 die Revision der Jagdverordnung in die Anhörung geschickt. Einerseits ist die Verankerung von Wildruhezonen in der Jagdverordnung vorgesehen, andererseits sollen aber auch die höchst umstrittenen, kürzlich im Ständerat behandelten, Vorstösse zum Thema Wolf aufgenommen werden.

Der Mensch nutzt die Natur immer intensiver für Freizeitaktivitäten. Das beeinträchtigt die Rückzugsräume der Wildtiere. Daneben breiten sich die Grossraubtiere wieder in der Schweiz aus, was leider ebenfalls zu Konflikten führt. Daher soll die Jagdverordnung an diese veränderten Anforderungen an Schutz und Nutzung angepasst werden.

Durch die Verankerung von Wildruhezonen in der Jagdverordnung sollen Wildtiere besser geschützt werden vor Störungen durch Freizeitaktivitäten. Im Jagdbereich sollen verschiedene Änderungen im Umgang mit Wildtieren eingeführt werden. So soll bei der Wasservogeljagd künftig giftiges Bleischrot verboten sein, die Prävention gegen nicht-einheimische Tierarten soll verbessert werden und neu soll für alle einheimischen Tierarten eine Schonzeit gelten. Eingeführt werden soll eine Schonzeit beispielsweise für Rabenkrähe, Eichelhäher und Elster. Für die in ganz Europa stark zunehmende Saatkrähe soll neu eine Jagdzeit gelten. Für Kormorane soll die Schonzeit allerdings um einen Monat verkürzt werden.

Ausserdem sollen aber geschützte Tierarten wie Luchs, Wolf oder Biber künftig regional reguliert werden können, sofern grosse „Schäden“ oder „Gefährdungen“ entstehen. Voraussetzung ist allerdings, dass ihr Bestand gross genug und stabil ist, damit die Artenvielfalt erhalten bleibt. Eine allfällige Regulation ist nur mit Genehmigung des Bundes durch die Kantone möglich. Damit werden die Anliegen der verschiedenen parlamentarischen Vorstösse zum Thema Wolf, die am 16.März 2011 im Ständerat behandelt und angenommen wurden, (naturschutz.ch berichtete; Artikel) bereits in die Revision der Jagdverordnung aufgenommen! Schlechte Zeiten also für den Schutz der Grossraubtiere in der Schweiz.

Weitere Informationen

Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK

1 Kommentar

  • Schutz einheimischer Tiere und Pflanzen

    Das ist nicht nur ein Skandal, sondern verstösst auch gegen internationales UNO-Recht (Berner Konvention). Der Schutz von gefährdeten Tierarten wie Wolf, Luchs und Biber muss unangetastet bleiben – im Rest Europas klappt das auch wunderbar.

    Hoffentlich werden unsere Politiker auch noch einsichtig!

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