Revision der Jagdverordnung: Dürfen geschützte Tiere bald „reguliert“ werden?

  • Redaktion Naturschutz
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Weil sich Wolf und Luchs in der Schweiz ausbreiten und der Mensch die Natur immer intensiver für Freizeitaktivitäten nutzt, will das Bundesamt für Umwelt die Jagdverordnung revidieren. Mit der Revision sollen die rechtlichen Grundlagen an die Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre angepasst werden, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) schreibt. Insbesondere soll der umstrittene Begriff „Wildschaden“ präzisiert werden. Interessenvertreter seien sich nicht einig über die rechtliche Auslegung des Begriffs, der für die Möglichkeiten der Regulation von geschützten Arten, so zum Beispiel dem Luchs, zentral sei. Mit der Revision soll zudem der Auftrag an die Kantone konkretisiert werden, wildlebende Tiere vor übermässiger Störung durch Freizeitaktivitäten zu schützen.
Der Jägerverband „Jagd Schweiz“ begrüsst die Revision. Anders der Schweizer Vogelschutz SVS: Besorgt ist der SVS vor allem über die Absicht des Bundes, den Wildschadenbegriff auszuweiten. „Obwohl die Natur sich nur noch auf minimalen Flächen ungestört entwickeln kann, fordern fundamentalistische Teile der Nutzergruppen immer vehementer Eingriffe gegen Tiere, die mit ihren Eigeninteressen in Konflikt kommen.“ Es könne nicht darum gehen, diese Konflikte einseitig zu Lasten der Wildtiere zu regeln. Natürliche Abläufe wie das „Fressen und gefressen werden“, auf dem die Kreisläufe der Natur basieren, dürften nicht generell zum gesetzlichen „Wildschaden“ deklassiert werden.

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