Cervus elaphus, Rothirsch

Rette sich wer kann!

  • Nora Kieselbach
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Die Jagdsaison bedeutet für die Wildtiere einen grossen Stress und nicht selten auch den Tod durch eine Gewehrkugel, berichtet 20 Minuten online. Nicht jedoch im Kanton Genf: Dort ist die Jagd seit 38 Jahren verboten. Das wissen offenbar auch die Wildtiere – pünktlich zum Beginn der Jagdsaison flüchten sie aus benachbarten französischen und Waadtländer Wäldern in den Kanton Genf, wird die „Tribune de Genève“ zitiert.

Das Genfer Veterinäramt berichtet sogar von vereinzelten Enten, welche soweit her wie Polen „geflüchtet“ sind. Die Exil-Enten sorgten so für eine aussergewöhnliche Vielfalt auf den Genfer Gewässern. Aber auch Hirsche verstecken sich in den Wäldern von Versoix innerhalb der Genfer Kantonsgrenze: Bis zu fünfzig Exemplare wurden gezählt. Und auch wenn sie dort von Menschen gestört werden, bleiben sie über den Winter – ganz nach dem Motto: Lieber Spaziergänger als Jäger. Einige Exemplare würden sogar nur tagsüber nach Genf kommen, um im Schutz der Nacht nach Frankreich oder in die Waadt zurückzukehren.

Auch clevere französische und Waadtländer Wildschweine suchen während der Jagdsaison ihr Heil in der Flucht nach Genf; bis zu zehn Prozent mehr Wildschweine werden dann ennet der Grenze gezählt. Doch da die Wildschweine auf den Landwirtschafts-Feldern grosse Schäden anrichten, müssen Genfer Behörden jährlich 300 von ihnen abschiessen – trotz generellem Jagdverbot.

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Bild: Luc Viatour / www.Lucnix.be  [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

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