wasserkraftwerk_Rheinau

Restwassersanierung der Rheinschlinge bei Rheinau

  • Dominique Haiden
  • -

800px-Kraftwerk_Rheinau_02_10Eine im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) erstellte Ergänzungsstudie erläutert mögliche Varianten zur Sanierung der Restwasserstrecke beim Grenzkraftwerk Rheinau und beantwortet damit diverse noch offene Fragen. Gestützt auf diese Ergänzungsstudie konnten sich die deutschen und schweizerischen Behörden weiter auf erste Entscheide zum Sanierungskonzept verständigen.

Die Elektrizitätswerk Rheinau AG (ERAG) betreibt seit 1957 das Grenzkraftwerk Rheinau. Der ERAG wurde das Recht eingeräumt, das Gefälle zwischen dem Rheinfall und der Rheinschlinge Rheinau bis ins Jahr 2037 zu nutzen und maximal 400 m3/s des Wasserdargebots zu turbinieren. Wegen der Ausleitung des Nutzwassers für die Stromproduktion durch einen Unterwasserstollen entstand eine rund 4,5 km lange Restwasserstrecke um die Halbinsel Au, die durch zwei Hilfswehre aufgestaut wird. Die ERAG war bislang verpflichtet, mindestens 5 m3/s als Restwasser in die Rheinschlinge abzugeben. Wie das vom Bundesamt für Energie (BFE) beauftragte Büro Sigmaplan bereits im Jahre 2004 festgehalten hatte, führt die Stauhaltung und die geringe Abflussmenge zu beträchtlichen ökologischen Defiziten, diese müssen behoben werden.

Basierend auf einer vom BAFU bei Dr.-Ing. Gebler, Walzbachtal, in Auftrag gegebenen Ergänzungsstudie haben sich die deutschen und schweizerischen Behörden nun auf erste Entscheide zum Sanierungskonzept verständigt. Dieses sieht unter anderem vor, dass die Dotierwassermengen saisonal abgestuft deutlich erhöht und die beiden Hilfswehre abgesenkt oder rückgebaut werden. Gleichzeitig soll es der ERAG ermöglicht werden, beim Stauwehr eine Dotierturbine einzubauen, um das Dotierwasser zur Stromproduktion zu verwenden. Durch die Gestaltung eines Auslaufbeckens und eines Zulaufgerinnes soll sichergestellt werden, dass der Chly Rhy ganzjährig benetzt und der Inselcharakter der Klosterinsel somit bewahrt wird. Die Massnahmen sollen insgesamt bewirken, dass die ökologischen Defizite behoben werden, ohne dass das von der lokalen Bevölkerung und Touristen geschätzte und unter Schutz gestellte Landschaftsbild merklich verändert wird. Mit der Erstellung von Fischaufstiegshilfen beim Stauwehr und den beiden Hilfswehren soll schliesslich eine durchgehende Fischgängigkeit sichergestellt werden.

Weitere Informationen

Bundesamt für Umwelt BAFU

Bundesamt für Energie BFE

Bild: Chriusha (Wikimedia Commons)

Beitrag kommentieren