Rheinaue Rietheim © Urs Tester / Pro Natura
Rheinaue Rietheim © Urs Tester / Pro Natura

Renaturierte Rheinaue Rietheim: Ein grosser Wurf für die Natur

  • Kathrin Ruprecht
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Der grösste Fluss der Schweiz erhält eine alte Aue zurück. Letzten Samstag wurde die renaturierte Rheinaue bei Rietheim zwischen Bad Zurzach und Koblenz feierlich eröffnet. 90 Jahre nachdem ein ehemaliger Seitenarm des Rheins zugeschüttet wurde, fliesst dort wieder Wasser und schafft neues Auen-Leben.

Von der Idee Ende bis zur Eröffnung der Rheinaue am 20. Juni 2015 sind fast 20 Jahre vergangen, schreibt Pro Natura. Es wurde diskutiert, skizziert, berechnet, geplant, verhandelt, finanziert und gebaut. 
«Der Aufwand hat sich gelohnt. Der Kanton Aargau, die Gemeinde Rietheim, die Landwirtschaft und 
Pro Natura haben eine Lösung gefunden, bei dem Mensch und Natur gewinnen», freut sich Urs Tester, Pro Natura Abteilungsleiter Biotope und Arten. «Die wiederbelebte Rheinaue ist ein Projekt mit nationaler Strahlkraft. Es soll Ermunterung sein für andere Kantone, Gemeinden und Körperschaften, gemeinsam an weiteren natürlichen Flusslandschaften zu arbeiten», so Tester weiter.

Arten kehren rasch zurück

Auen sind die Regenwälder der Schweiz, sowohl in ihrer Bedeutung für die Biodiversität als auch in ihrem Schicksal der Zerstörung. Rund zwei Drittel aller Tier- und Pflanzenarten der Schweiz leben in diesen zeitweise überschwemmten Gebieten. Die heutigen Auen der Schweiz machen aber nur noch 10 Prozent der ursprünglich vorhandenen Auen aus. Es sind die letzten Reste dieser einst weitverbreiteten wildromantischen Flusszonen. Landgewinnung und harte Uferverbauungen haben diese Oasen der Artenvielfalt verkümmern lassen. Die Wiederbelebung der alten Aue bei Rietheim zeigt bereits Wirkung: Unter anderem sind Gelbbauchunke, Eisvogel, Ringelnatter, Grünschenkel, Kreuzkröte, Prachtlibelle, Pirol, Biber oder Bruchwasserläufer bereits wieder zurückgekehrt.

By Joris Egger [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
By Joris Egger [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Staunen vom Dach des Bunkers

Auch der Mensch erhält ein Stück Erholungsraum zurück. Mit geschickter Besucherlenkung und Information werden die Bedürfnisse von geschützten Tieren und Erholungssuchenden in Einklang gebracht. Dafür wurden eine innere Ruhezone mit Betretungsverbot und eine Randzone für Besucherinnen und Besucher eingerichtet. Naturinteressierte können das Naturschauspiel von einem Weidenpalast oder vom Dach eines ehemaligen Bunkers beobachten.

Mehr Informationen erhalten Sie unter www.auenrietheim.ch.

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