Rekurs gegen Wolf-Abschüsse

  • Barbara Darani
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Drei Wölfe sind derzeit in der Schweiz zum Abschuss freigegeben. WWF und Pro Natura reichen in allen drei Fällen Rekurse gegen die Abschussbewilligungen ein, welche von den zuständigen kantonalen Behörden gegen zwei Wölfe im Wallis und gegen einen Wolf im Kanton Luzern erteilt wurden. Die beiden Umweltorganisationen sind überzeugt: die Kriterien des „Wolfskonzepts Schweiz“ wurden einseitig und klar zu Ungunsten der Wölfe interpretiert. Mirjam Ballmer, Projektleiterin Naturschutzpolitik von Pro Natura sagt dazu: „Nur in den wenigsten Fällen der Wolfsangriffe waren die gerissenen Schafe effizient geschützt.“ Kurt Eichenberger, Projektleiter Artenschutz des WWF Schweiz, ergänzt: „Es ist ein Armutszeugnis für die Schweiz, dass wir die Gerichte bemühen müssen, um den rechtmässigen Schutz des Wolfes sicherzustellen.“

Im Falle des Wolfes im Walliser Val des Dix war der Schutz zwar ausreichend. Das 1. August-Feuerwerk aber erschreckte die Schafe, führte zum Ausbruch der Schafe aus der Umzäunung und so zu 16 Rissen durch den Wolf. Wegen dieser unglückliche Verkettung von Ereignissen wurde der in der Gegend sich befindende Wolf zum Tode verurteilt. „Dass ein solcher Zufall genügt, um einen Wolf zum Abschuss frei zu geben, macht das Wolfskonzept des Bundes unglaubwürdig“, sagt Mirjam Ballmer.

Für WWF und Pro Natura ist deshalb klar: Wolfskonzept und Schafsömmerung müssen angepasst werden. „Die Schweiz kann sonst den Wolf nicht genügend schützen und verletzt mit ihrem Verhalten nationales und internationales Recht“, sagt Kurt Eichenberger. Mittelfristig muss die Schafsömmerung so angepasst werden, dass Subventionen zugunsten von grösseren Herden umgelagert und Herdenschutzmassnahmen zur Voraussetzung für Direktzahlungen werden. Kurt Eichenberger: „Nur so wird der Wolf in unserem Land wieder heimisch. Und genau das wünschen sich gemäss einer repräsentativen Umfrage über 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung!“

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WWF-Medienmitteilung

4 Kommentare

  • Markus

    Ich bin der Meinung dass die Unterstützungen zum Schutz der Schafherden durchaus gerechtfertigt sind, diese ersatzlos zu streichen würde dem Ziel, dass Wolf und Mensch langfristig zusammenleben können, kaum dienen. Zudem sollte man auch beachten, dass es sich keinesfalls um eine Ansiedelung von Wölfen handelt, sondern um eine natürliche Zuwanderung in einen geeigneten Lebensraum!
    Dass in diesen drei Fällen das Wolfkonzept Schweiz so enorm einseitig ausgelegt wird finde ich traurig. Es zeigt, wie weit der Weg noch ist, bis im Artenschutz „mit gleichen Ellen“ gemessen wird.

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  • Hans Zumstein

    Nein Frau Finger, Wölfe und Bären haben sehr wohl Platz in der Platz. Das Problem mit den Schafen kann man lösen, indem per sofort sämtliche Subventionen für die Schafhaltung eliminiert werden. Wer’s nicht schafft, seine Schafherde mit geeigneten Massnahmen zu schützen, der soll auf die Schafhaltung verzichten. So einfach ginge das!

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    • Wampfler Hans

      Bravo Herr Zumstein für diesen Kommentar.Ich bin gleicher Meinung wie si

  • Sophie Finger

    Ich finde diese ganze Getue um den Schutz der Wölfe nicht gut. Die Schweiz ist viel zu klein und viel zu sehr bevölkert als dass noch Wölfe Platz hätten. Lasst doch die Wölfe dort leben wo sie sich frei bewegen können, ohne ständig Schafen zu begegnen.Die Wölfe sind grossartige Tiere, aber die Schafe tun mir hier auch leid. Ich bin dagegen, dasss man in der Schweiz Wölfe und Bären ansiedelt-

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