Kormoran

Rekurs gegen Kormoran-Eingriffe

  • Nora Zoller
  • 3

KormoranVor kurzem erteilte der Bund eine Bewilligung zum Eingreifen in die Brutkolonie der Kormorane im Naturschutzgebiet Fanel am Neuenburgersee, naturschutz.ch berichtete. Ausserdem wurde allfälligen Rekursen die aufschiebende Wirkung entzogen. Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und Pro Natura legen nun mit Unterstützung des Schweizer Tierschutz STS sowie Berner Ala und Nos Oiseaux Rekurs gegen die Bewilligung des Bundes ein.

Das Wasservogelreservat Fanel hat kantonale, nationale und internationale Bedeutung. Es beherbergt die grösste Konzentration an Vögeln der Feuchtgebiete in der Schweiz und eine grosse Anzahl geschützter und prioritärer Arten. Die Zerstörung von Nestern und das Aufstellen von Zäunen führt zu einer gravierenden Störung während der sehr sensiblen Zeit des Brutgeschäftes dieser gefährdeten Vogelarten.

Die am Rekurs beteiligten Organisationen sind ausserdem der Ansicht, dass die erteilte Bewilligung die Probleme der Berufsfischer nicht löst. Nur ein kleiner Teil der Schäden ist tatsächlich der Kormorankolonie am Fanel zuzuschreiben, auch andere Tiere wie Hechte verursachen Schäden an den Netzen von Berufsfischern. Ausserdem schreibt die Verordnung der Wasser- und Zugvogelgebiete vor, dass Eingriffe nur bei „untragbaren Schäden“ möglich seien. Ob diese untragbaren Schäden bei einem Betrag von 5000 Franken pro Jahr vorliegen, ist mehr als fraglich. Pro Natura kritisiert die Tendenz des Bundes, immer mehr Zugeständnisse an die Naturnutzer zu machen.

Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz

Pro Natura

Schweizer Tierschutz STS

Berner Ala

Nos Oiseaux

3 Kommentare

  • Kurt Schneeberger

    Es geht doch bei der ganzen Sache nicht um die Berufsfischerei.
    Es sind in erster Linie die Hobbyfischer welche dieses Geschrei losgetreten haben…
    Unterstützt werden sie nachweislich tatkräftig von unseren Jäger.
    Uebrigens, sowohl bei Fischern als auch bei Jägern fehlen jegliche nachvollziehbare Beweise einer biologischen oder oekologischen Notwendigkeit.
    Jede bisherige Begründung für diese Art von Zeitvertreib ist ‚gesucht‘ ‚unrichtig‘ oder ‚falsch‘.
    Richtig und wichtig ist, dass wir die Jagd auf Fisch und Wild den Vögel und Grossraubtieren überlassen. Nur diese können für einen gesunden Bestand dieser (ihrer) Beutetieren garantieren.

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  • Weibel

    in Schutzgebieten müssen die Tiere geschützt sein, hier die Kormorane. Flüsse renaturieren damit die Fische sich eher verstecken können. AW

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