Rekurs gegen Gaskraftwerk

  • Barbara Darani
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Pro Natura und der WWF machen Rekurs gegen die Baubewilligung für das Gaskraftwerk in Chavalon. Die Walliser Gemeinde Vouvry hat nicht nur den Verfahrensablauf missachtet, sondern auch einen Entscheid getroffen, der dem Klima und den Interessen der Bevölkerung schadet.

Die Gemeinde Vouvry hat am 14. September 2009 die Genehmigung zum Bau eines Gaskombikraftwerks in Chavalon erteilt. Pro Natura und der WWF haben jetzt gegen diese Baubewilligung rekurriert. Sie ist aus verschiedenen Gründen gesetzeswidrig. Der für den Bau vorgesehene Standort ist ungeeignet, weil die grosse Abwärmemenge des Kraftwerkes fernab von Städten und Industrie nicht genutzt werden kann. Das Vorhaben muss zudem mit den Beschlüssen vereinbar sein, die den Bau einer Erdgasleitung und einer neuen Hochspannungsleitung zulassen. Darüber hinaus wird nicht dargelegt, wie die vorgeschriebene Kompensation der CO2-Emissionen erfolgen soll.

Mit der Inbetriebnahme dieses Kraftwerks würden jährlich rund 750’000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre ausgestossen. Das entspricht den CO2-Emissionen von 170‘000 Offroadern mit durchschnittlicher Jahreskilometerleistung. Dabei hat sich die Schweiz gesetzlich verpflichtet, ihre Treibhausgas-Emissionen erheblich zu verringern. Das Kraftwerk in Chavalon würde zudem grosse Mengen an Ammoniak und Stickoxiden ausstossen – und das in einer Gegend, die bereits stark industriell geprägt ist, unter anderem durch eine Raffinerie und ein Chemiewerk. Auch Chablair, die Bürgervereinigung des Chablais, ist bestürzt, dass die Gesundheit der Bevölkerung einfach ignoriert wird und unterstützt deshalb den Rekurs der Umweltschutzorganisationen.

WWF und Pro Natura sind mit ihrer Kritik an Gaskraftwerken nicht alleine, das zeigt die jüngste Erklärung der ständerätlichen Energiekommission: Auch diese ist der Meinung, dass es bis mindestens 2025 keine neuen Grosskraftwerke brauche. Was wirklich nötig ist, sind Massnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und ein Ausbau der erneuerbaren Energien. Dadurch werden mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als durch das Gaskraftwerk in Chavalon, und gleichzeitig wird damit auch die Energieunabhängigkeit der Schweiz grösser.

Medienmitteilung

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