Bild: Walter Mains, Reh am Waldrand Public Domain via Wikimedia Commons
Bild: Walter Mains, Reh am Waldrand Public Domain via Wikimedia Commons

Rehkitze fallen der Forschung zum Opfer

  • Daniela Cervenka
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Die Luchspopulation ist nach der Beinahe-Ausrottung in der Schweiz seit 30 Jahren wieder am steigen. Wie sich die neu wachsende Luchspopulation in der Schweiz auf die Rehpopulation auswirkt, wird seit 2011 in einer Feldstudie, finanziert durch die Universität Zürich und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU), untersucht. Mit Hilfe von Halsbändern, welche den Rehkitzen am Hals angebracht wurden, soll das Verhalten der Rehe in Anwesenheit der Luchse studiert werden. Nur diese Feldstudie hat nun fatale Folgen für die Rehkitze. Die Halsbänder sollten mit den Rehkitzen mitwachsen, doch einige der Halsbänder vergrösserten sich nicht wie geplant. Darum mussten in den letzten Tagen im Kanton Bern 18 Rehkitze aus Tierschutzgründen erlegt werden.

Seit Bekanntwerden des Problems Mitte August wurden alle Tiere, welche mit einem solchen Sender ausgestattet wurden, gesucht und beobachtet. Total wurden 30 Tieren solche defekte Halsbändern angelegt, jedoch bei sechs Tieren öffneten sie sich trotzdem. Laut der heutigen Medienmitteilung der Universität Zürich war es unmöglich die Tiere einzufangen oder zu betäuben, da man sie nicht weiterem Stress aussetzen wollte. Darum wurden kurzer Hand, um die Tiere zu erlösen, die Rehkitze durch die Wildhut des Kanton Bern erlegt. Bereits 18 Tiere konnten erlöst werden, schreibt die Universität Zürich.

Wie es nun mit dem Projekt weitergeht und warum die Halsbänder nicht richtig funktionieren, wird zur Zeit von den Projektverantwortlichen untersucht. Laut Medienmitteilung der Universität Zürich bestehe keine Gefährdung des Rehbestands in der Region Simmen- und Kandertal, da die Population genügend gross sei. Die Universität Zürich und das BAFU bedauern den Notabschuss sehr.

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