© Diego Krämer
© Diego Krämer

«Regio Flora»: Empfängerfläche sucht Spenderwiese

  • Kathrin Ruprecht
  • -

Aus der Region für die Region: «Regio Flora» unterstützt Fachleute aus Gartenbau, Naturschutz und Landwirtschaft bei der Verwendung von regionalem Saatgut mittels Direktbegrünung bei Begrünungen von verschiedenen Flächen. Damit wird nicht nur die regionale Vielfalt in Blumenwiesen gefördert, sondern auch die Möglichkeit geboten, Biodiversität ökonomisch in Wert zu setzen.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind viele artenreiche Wiesen aus unserer Landschaft verschwunden, schreibt Pro Natura. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurden in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene Anstrengungen unternommen. So werden heute jährlich hunderte Hektaren extensiv bewirtschafteten Wieslands neu angesät. Dies geschieht vor allem im Rahmen der Biodiversitätsförderung in der Landwirtschaft, bei Böschungsbegrünungen im Strassenbau oder als Ersatzmassnahmen bei grösseren Bauvorhaben.

Mit der Verwendung der im Handel erhältlichen Saatmischungen besteht das Risiko der grossräumigen Florenverfälschung. Unerwünschte Nebenwirkungen können z.B. der Verlust regional angepasster Ökotypen oder die Einführung standortfremder Arten sein. Es sind zwar Anstrengungen im Gange, die Mischungen diesbezüglich zu verbessern. Doch um den Ansprüchen der Regionalität zu genügen, reichen sie noch nicht.

Hier setzt das Projekt «Regio Flora» an. Es will die regionale Artenvielfalt im Wiesland durch vermehrte Anwendung von Direktbegrünungen fördern. Mit der Übertragung von Saatgut einer Spenderfläche auf eine möglichst nahe gelegene Empfängerfläche kann die typische Artenvielfalt einer Region gefördert und können zugleich die regional angepassten Ökotypen erhalten werden. Das Prinzip ist simpel, die praktische Umsetzung allerdings nicht ganz so einfach. Deshalb stellt «Regio Flora» praxisbezogene Hilfsmittel zur Verfügung. Diese vereinfachen es Fachleuten in Naturschutz, Gartenbau und Landwirtschaft, regionales Blumenwiesen-Saatgut bei der Anlage von Grünflächen zu verwenden.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.regioflora.ch

© Wolfgang Bischoff
© Wolfgang Bischoff

Beitrag kommentieren