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Regierungspräsident ruft zur Wilderei auf

  • Sophie Ryser
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In einem Fernsehinterview auf die Wolfsthematik angesprochen, sagt der Walliser Staatsratspräsident Maurice Tornay wörtlich: “sehen, schiessen, schaufeln, schweigen“ und ruft damit zur Wilderei an Wölfen auf. Wegen dieser Anstiftung zu einer Straftat hat die Gruppe Wolf Schweiz (GWS) Maurice Tornay bei der Walliser Staatsanwaltschaft angezeigt. Zusätzlich fordert sie Maurice Tornay dazu auf, die Aussage öffentlich zurückzunehmen und sich von der Wilderei zu distanzieren, denn der Aufruf zum Gesetzesbruch ist eines Staatsrates unwürdig.

Die Aussage hat Maurice Tornay gegenüber einem Walliser Regionalfernsehen am Rande einer Veranstaltung in Fiesch gemacht. Unter dem Motto “sehen, schiessen, schaufeln, schweigen“ wird die heimliche Wilderei von gesetzlich geschützten Arten verstanden. Ursprünglich aus den USA stammend und dort als 3-S-treatment bekannt (“shoot, shovel and shut up“), ist es Insidern längst auch in Europa ein Begriff. Obwohl nicht auf die Wilderei von Grossraubtieren beschränkt, wird dieses Motto zunehmend in Verbindung mit dem plötzlichen Verschwinden dieser Tiere gebracht.

“Es ist dies nicht der erste Fall, in dem sich hohe Walliser Politiker um den gesetzlichen Auftrag des Artenschutzes für den Wolf foutieren“ sagt David Gerke, Präsident der GWS. Bekannt geworden als Wolfsgegner ist etwa der ehemalige Staats- und heutige Ständerat Jean-René Fournier, der 2006 sogar widerrechtlich einen Wolf töten liess. Auch verschiedene Behördenvertreter äusserten sich mehrfach in einer Art und Weise, die den Respekt vor der gültigen eidgenössischen und kantonalen Gesetzgebung betreffend Wolf vermissen liessen. “Diese Entwicklung ist staatsrechtlich höchst bedenklich, da sich diese Amtsträger mit ihrer Vereidigung zum Rechtsstaat bekannt haben. Wir verlangen daher von Herrn Tornay, dass er seine Aussage umgehend zurücknimmt und sich von jeglicher Wilderei distanziert!“

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© Gruppe Wolf Schweiz

1 Kommentar

  • Ferdi Projer

    Grüazi

    solche Aussagen passen zu vielen Politikern,
    Gesetze erlassen und sich nicht daran halten.
    Solche Volksvertreter sind unhaltbar und nicht wählbar.

    freundliche Grüsse

    Ferdi Proyer

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