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Regenwald zu verkaufen

  • Daniela Cervenka
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Die ecuadorianischen Bergwälder an der Grenze zu Kolumbien gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Welt – unter anderem sind hier zahlreiche seltene Orchideen zuhause. In diesen dünn besiedelten Gebieten sind immer noch grosse Urwaldbestände vorhanden, doch werden diese zunehmend für die Landwirtschaft gerodet. Um diesen einzigartigen Lebensraum zu erhalten, hat der Botanische Garten der Universität Basel das Schutzprojekt „Dracula Forest Reserve“ lanciert.

Waldrodung schreitet voran
Heinz Schneider vom Botanischen Garten Basel leitet das Projekt: „Der Landerwerb ist der wirksamste Schutz gegen die voranschreitende Waldrodung“. Momentan schlagen die ansässigen Bauern ein Waldstück nach dem anderen, um darauf Fruchtkulturen zu pflanzen. „Der Boden kann so höchstens zwei Jahre bewirtschaftet werden. Was danach zurück bleibt, ist trostloses Ödland“, erläutert Schneider.

Nachhaltiger Naturschutz durch lokale Partner
Mit bereits wenig Geld lässt sich ein Baum kaufen, doch damit ist noch kein nachhaltiger Naturschutz gewährleistet. „Es braucht engagierte und vertrauenswürdige Partner vor Ort, die den Wald langfristig vor illegaler Nutzung schützen“, so Schneider. Der Botanische Garten konnte in Ecuador dafür die erfahrene Naturschutz-Stiftung „Ecominga“ gewinnen, die bereits ähnliche Projekte verwirklicht. Für 100 Hektar Urwald konnte der Botanische Garten Basel bereits die finanziellen Mittel sichern, für weitere fehlt jedoch das nötige Geld.

Dracula-Orchideen aus Ecuador
Im Zusammenhang mit dem Schutzprojekt in Ecuador präsentiert der Botanische Garten Basel diesen Herbst seine Sammlung von Dracula-Orchideen. Diese Nebelwald-Orchideen leben in den artenreichen Wäldern der Anden. Ihre dreieckigen Blüten hängen senkrecht nach unten und bilden eine Art Regenschirm. Die langausgezogenen Blütenblätter erinnern an fliegende Drachen und geben diesen Pflanzen ihren Namen.

Dracula-Orchideen Ausstellung vom 01.11.13 – 17.11.13 im Botanischen Garten Basel

Bild: Dracula diabola by Orchi (GFDL), Wikimedia commons

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