Reduzieren Wälder die CO2-Emissionen?

  • Caroline Nienhuis
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wald1Die Wälder der Erde sind wichtige Kohlenstoff-Speicher und setzen ungefähr alle sechs Jahre das gesamte in der Atmosphäre gespeicherte CO2 um, schreibt Professor Harald Bugmann von der ETH Zürich. In der Schweiz wie auch in vielen anderen Ländern nimmt die im Wald gespeicherte Biomasse seit Jahrzehnten zu. Zwischen 1995 und 2005 stieg der „Vorrat“ im Schweizer Wald um 9.7 Millionen Kubikmeter Holz an. Diese Senken-Leistung enspricht einem Fünftel bis einem Viertel der jährlichen CO2-Emissionen aus Treib- und Brennstoffen.

Gemäss Kyoto-Protokol kann ein Land für einen Teil der Emissionsreduktion, biologische Kohlenstoffsenken, wie z. B. den Wald, anrechnen lassen. Auch die Schweiz hat sich dazu entschlossen. Gemäss Prof. Bugmann ist dies aus der Perspektive der Nachhaltigkeit fragwürdig. In erster Linie ist jede CO2-Senke im Wald begrenzt und es ist zu erwarten, dass die Vorratszunahme in den kommenden Jahrzehnten enden wird. Zudem vergrössert eine Erhöhung des Vorrats das Risiko der „Senken-Zerstörung“ durch Windwurf, Insekten-Befall, Waldbrände etc.. Deshalb könnte in Zukunft weniger Holz in Wäldern stehen, womit die Senkenleistung sogar negativ wäre.

Weiter gibt Prof. Bugmann zu bedenken, dass die Anrechnung biologischer Senken, den Druck die CO2 Emissionen tatsächlich zu reduzieren, vermindert. Die Anrechnung sei deshalb nicht nachhaltig.

ETH Zürich Klimablog

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