© Lukas Laszlo [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Reduktionsziel der CO2-Emission im Jahr 2014 nicht erreicht

  • Kathrin Ruprecht
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Im Jahr 2014 sind die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen in der Schweiz nicht genügend gesunken. Das Reduktionsziel wurde nicht erreicht. Wie in der CO2-Verordnung vorgesehen, wird die CO2-Abgabe auf Brennstoffe ab nächstem Jahr von heute 60 auf 84 Franken pro Tonne CO2 angehoben.Damit verstärkt sich der Anreiz, weniger fossile Brennstoffe einzusetzen.

Das Bundesamt für Umwelt hat am letzten Freitag die CO2-Statistik 2014 präsentiert. Die Emissionen müssten um mindestens 3 Prozent pro Jahr sinken, um mit dem offiziellen Ziel von maximal 2 Grad Klimaerwärmung kompatibel zu sein. Die Emissionen aber nur um 1.7 Prozent gesunken (klimakorrigiert). Für den WWF ist klar: Der Bund muss die Kompensationspflicht für Treibstoff-Importeure endlich wie im Gesetz vorgesehen von 5 auf 40 Prozent erhöhen. Minimalismus darf im Klimaschutz keine Option mehr sein.

Bei den Gebäudeheizungen sind die Hausbesitzer angesprochen: Schon heute fahren sie über die Lebensdauer mit einer Wärmepumpe oder einem anderen weniger klimaschädlichen System deutlich günstiger als mit einer Ölheizung, schreibt der WWF. Dank der Erhöhung der CO2-Abgabe können sie mit einer Umstellung jetzt noch mehr Geld und CO2 sparen. Das Potenzial ist gross: In der Schweiz werden heute so klimaschädliche Autos verkauft und so viel besonders klimaschädliches Erdöl verheizt wie in kaum einem anderen Land Europas.

Zahlen und Fakten

Die am 3. Juli 2015 vom Bundesamt für Umwelt BAFU veröffentlichte CO2-Statistik zeigt, dass der CO2-Ausstoss aus Brennstoffen zwischen 2013 und 2014 zwar weiter gesunken ist. Der Rückgang reicht allerdings nicht aus, um den Zielwert von 76 Prozent des Wertes von 1990 zu erreichen, damit keine Erhöhung des Abgabesatzes eintreten müsste. Um den Effekt von unterschiedlich kalten Wintern auszugleichen, werden die Verbrauchswerte witterungsbereinigt. Weil die witterungsbereinigten CO2-Emissionen im Jahr 2014 bei 78,5 Prozent liegen, erhöht sich die CO2-Abgabe per 1. Januar 2016 von heute 60 auf 84 Franken pro Tonne CO2, berichtet das BAFU. Umgerechnet auf einen Liter Heizöl extraleicht entspricht dies einem Anstieg von 16 auf 22 Rappen bzw. von 12 auf 17 Rappen pro Kubikmeter Erdgas.

Um die Wirtschaft zu schonen, sind Unternehmen, die von der CO2-Abgabe in ihrer Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt würden, befreit. Sie verpflichten sich im Gegenzug zur Verringerung ihrer Emissionen oder nehmen am Emissionshandel teil. Sie sind folglich von der Erhöhung nicht betroffen. Die übrigen Unternehmen, die sich seit Einführung der CO2-Abgabe im Jahr 2008 angepasst und ihre Emissionen gesenkt haben, unterliegen der Abgabe weniger stark.

Die Schweiz hat sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Gemäss CO2-Gesetz, mit dem diese Verpflichtung umgesetzt wird, ist diese Reduktion im Inland zu erbringen. Ungefähr 40 Prozent der Treibhausgase der Schweiz stammen aus fossilen Brennstoffen wie Heizöl, Erdgas oder Kohle. Zur Einhaltung des Reduktionsziels bis 2020 hat der Bundesrat in der CO2-Verordnung Zwischenziele für die Jahre 2012, 2014 und 2016 definiert. Werden diese Ziele verfehlt, erhöht sich die CO2-Abgabe auf das Folgejahr in vordefinierten Stufen.

Die CO2-Abgabe ist ein zentrales Instrument des CO2-Gesetzes und setzt einen Anreiz, klimaschädigende Treibhausgase zu vermindern und vermehrt CO2-neutrale oder CO2-arme Energieträger einzusetzen. Den maximalen Abgabesatz hat das Parlament bei 120 Franken pro Tonne CO2 festgelegt.

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