Reden über das Klima!

  • Eliane Küpfer
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Im Jahr 2015 soll ein neuer globaler Klimavertrag abgeschlossen werden, der das so genannte Kyoto-Protokoll ablöst. Die Zeit drängt: Klimaforscher warnen davor, dass es nur noch ein Zeitfenster von wenigen Jahren gibt, in denen wir den CO2-Ausstoß so reduzieren können, dass die Erderwärmung halbwegs erträglich bleibt.

Das Thema ist hoch aktuell und wichtig. Doch wer hatte nicht schon den Eindruck, dass es eine Klimakonferenz auf die andere folgt, die Resultate recht schwammig bleiben? Das hinterlässt das Gefühl, dass hier nur viel geredet und doch nichts getan wird. Auch findet die alljährlich stattfindende UN-Klimakonferenz weltweit nicht mehr so viel mediale Beachtung wie noch vor einigen Jahren.

Kommunikationswissenschaftler der Universität Mannheim erforschen in einer neuen Studie, inwieweit die UN-Klimagipfel noch dazu beitragen können, dass eine globale Debatte über das Thema geführt wird. Wie Professor Hartmut Wessler erklärt, sind Ermüdungseffekte bei öffentlichen Debatten normal, so auch bei der Klimadebatte.

Interessant sind aber die folgenden Punkte:

1. Die Klimadebatten in den untersuchten Ländern sind sehr unterschiedlich: So herrscht in Indien die Meinung vor, dass zunächst die Industrieländer am Zug sind ihren CO2-Ausstoß zu verringern. Deutschland ist offen für dieses Argument, in den USA wird hingegen eine Debatte darüber geführt, ob der Klimawandel überhaupt menschengemacht ist.

2. Der Beachtungsgrad des Gipfels unterscheidet sich stark von Land zu Land: „Es ist interessant, dass der Gipfel in Deutschland sogar Beachtung bis in die populäreren Medien hinein erlangt“, sagt Professor Wessler. „Das hat etwas mit Ressourcen zu tun, aber auch mit dem Stellenwert des Gipfels in den jeweiligen Ländern.“

3. Die Klimadebatte ist zumindest teilweise global vernetzt: Das zeige sich daran, dass in der Tagesschau auch Stimmen anderer Länder zu Wort kommen. Zudem wird das Thema über bestimmte Medien als wichtige Informationsquellen an ein internationales Publikum kommuniziert. Vorreiter sind hier CNN International, BBC World oder die britische Tageszeitung The Guardian.

Professor Wessler und sein Team wollen herausfinden, ob sich über die Zeit ein Effekt kumuliert, der dazu führt, dass der Klimawandel als globales Problem wahrgenommen wird und eine globale Wir-Gemeinschaft entsteht, die dieses Problem lösen will.

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